Südafrika

Als wir 2016 das erste mal nach Südafrika geflogen sind, hörten wir von vielen Menschen, denen wir von der Reise erzählten, sowas wie: „Oh wie schön, aber ist es dort nicht sehr gefährlich?“ Gemeint war hier meistens die Gefährlichkeit in Bezug auf mögliche Kriminalität. Nun sind wir bereits zwei Mal in diesem traumhaft schönem Land gewesen, sind bisher immer gesund und munter zurück gekommen und planen bereits unsere nächste Reise dort hin.

Auf die Frage „Ist eine Reise nach Südafrika gefährlich?“ können wir also ein wenig was erzählen, um dir die Angst zu nehmen, dieses tolle Land, über das wir hier schon so viel geschrieben haben, selbst zu entdecken.

Vorab möchte ich natürlich nicht vorenthalten, dass wir uns bisher nur in der Kap-Region aufgehalten haben, worauf sich die hier beschriebenen Erfahrungen berufen. Das nächste Mal geht es auch in die Gegend um Johannesburg und den Krüger Park, so dass wir diesen Beitrag dann ggf. entsprechend updaten werden.“

Arm und reich ganz nah beieinander

Südafrika ist das wirtschaftlich am weitesten entwickelte Land des afrikanischen Kontinents, dennoch sind die sozialen Unterschiede erheblich und man kann einen großen Teil der Bevölkerung als eher arm bezeichnen. Dies wird einem sehr schnell bewusst, wenn man z.B. mit dem Mietwagen das Land erkundet. Die meisten Hausbesitzer haben hohe Mauern um ihre Grundstücke gezogen, nicht selten mit Stacheldraht oben drauf. Auch häufig zu finden sind sog. gated communities, also Wohngebiete die komplett eingezäunt sind und in die man nur an einem Wachdienst vorbei hinein kommt. Am Rande der Ballungszentren oder der reichen Vororte befinden sich oft große Townships, in denen die sehr arme Bevölkerung zum Teil in Wellblechhütten oder selbstgebauten Bretterbuden wohnt.

Wer das erste Mal in Südafrika ist, den werden diese Eindrücke zunächst sehr irritieren oder gar schockieren, aber sie gehören leider immer noch zum ganz normalen Alltagsbild dazu. Für uns war es aber auch immer sehr bewundernswert, wie die Menschen damit umgehen und mit welchem Ideenreichtum, insbesondere die, die keiner geregelten Arbeit nachgehen, ihr hartes Leben meistern.

In den Städten begegnen einem z.B. an Ampeln oft Menschen, die einem etwas selbst Gemachtes verkaufen wollen. Wir wurden nur sehr selten, eigentlich fast nie, direkt um Geld angebettelt, so wie wir es aus unseren Breitengraden kennen. Wir hatten immer das Gefühl, dass man uns auch etwas zurückgeben wollte, und wenn es auch nur eine simple, aber sehr nützliche Dienstleistung ist. Wer z.B. in den Vororten von Kapstadt unterwegs ist, wird vor Supermärkten, Restaurants oder an touristischen Orten häufig auf sog. Parkmarshalls treffen. Diese zeigen dir wo du parken kannst, weisen dich ein und helfen dir auch wieder beim Ausparken. Dafür freuen sie sich dann über ein paar Rand, die man ihnen bei der Wegfahrt in die Hand drückt. Natürlich ist dies nicht verpflichtend, aber es ist einfach respektvoll ihnen eine Kleinigkeit zu geben. In den Großstädten sind übrigens staatliche Marshals unterwegs. Dort bezahlt man mehr und das Bezahlen ist dort natürlich auch Pflicht. Man erkennt sie an einer Uniform und den elektronischen Parkscheinautomaten, die sie bei sich tragen.

Vertrau auf deinen gesunden Menschenverstand

Dennoch darf man natürlich nicht verschweigen, dass es dort wo arm und reich aufeinander treffen, auch ein hohes Maß an Kriminalität gibt. Ich gebe zu, dass wir uns vor unserer ersten Reise nach Südafrika nicht die Reiseempfehlungen des auswärtigen Amtes durchgelesen haben. Vielmehr sind wir uns dem oben beschriebenen zwar durchaus bewusst gewesen, haben aber auf unseren gesunden Menschenverstand vertraut.

Das, wessen du dir immer bewusst sein sollte ist, dass du als Tourist, für die arme Bevölkerung, immer als reich giltst, denn die arme Bevölkerung kann sich in der Regel einen solchen Urlaub nicht leisten. Deshalb ist der erste Tipp:

Sehe nicht wie ein Tourist aus
Das wird einem Deutschen nicht immer leicht fallen, aber versuche dich einfach mal so zu kleiden als wenn du zuhause wärst. Kein Hawaii-Hemd, keine Sandalen, keine weißen Socken und häng dir nicht deine fette Kamera vor dem Bauch. Hol die Kamera raus, wenn du ein Foto machen willst, ansonsten lasse sie im Rucksack. Apropos Rucksack: Je weniger der als Foto-Rucksack erkennbar ist, desto besser. Für die Damen gilt : der auffällige Schmuck imponiert hier niemanden und statt der Designer-Klamotte ist bei den heißen Temperaturen ein leichtes T-Shirt eher angebracht. Versuch nicht auf reicher Europäer zu machen, das imponiert hier niemanden.

Sehe nicht wie ein Tourist aus
Wer sich normal kleidet und auch seine fette Kamera nicht ständig vor dem Bauch trägt, wird weniger als Tourist wahrgenommen.

Gelegenheit macht Diebe
Dieses deutsche Sprichwort hat viel Wahrheit in sich und jeder hat hier damit schon so seine Erfahrung gemacht. Geht es ums liebe Geld, sollte man erst recht auf dieses Sprichwort vertrauen. Zahlst du mit Karte, dann behalte sie immer im Blick, wenn du sie aus der Hand gibts. Vieles haben wir bar bezahlt, z.B. das Tanken, denn beim Tanken bleibt man in Südafrika im Auto sitzen und wenn du mit Karte zahlen willst, dann geht der Tankwart mit der Karte in der Regel zum Kassierer. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser, deshalb beim Tanken lieber bar zahlen und natürlich nicht das Trinkgeld vergessen.

Bargeld bekommst du am Geldautomaten. Das solltest du dir besser nur tagsüber holen und nur an Automaten die öffentlich und sehr gut einsehbar stehen. Wedel nach dem Geld abheben nicht mit den Tausend Rand-Scheinen rum, sondern steck die Kohle gleich ein. Hol dir am besten nicht gleich das ganze Bargeld für deinen vier Wochen Urlaub. Das gibt nicht nur eine unschöne Beule in der Hose, sondern es ist auch doof, wenn es dir mal abgegriffen wird.

Lass nichts im Auto liegen
Eigentlich müsste man das nicht erwähnen, aber Touristen verhalten sich im Urlaub sehr häufig sehr dämlich. Auch in Deutschland würdest du deine Kamera-Tasche, deinen Rucksack oder dein Smartphone niemals sichtbar im Auto rumliegen lassen, oder? Dann mach es doch bitte auch nicht in einem fremden Land. Wenn du also aus deinem Mietwagen aussteigst, dann liegt da bitte nix mehr rum. Auch dein Handyhalter klebt nicht an der Scheibe und das Ladekabel hast du im Handschuhfach verstaut.

Hör auf deine Gastgeber
In Südafrika ist man bei Rundreisen sehr häufig in Guesthouses unterwegs. Deine Gastgeber geben dir immer gerne wertvolle Tipps. Nicht nur was Sehenswürdigkeiten, sondern auch was deine Sicherheit angeht, denn sie kennen sich vor Ort aus. Wenn dir also gesagt wird, dass du Abends nicht zu Fuß in das Restaurant zum Abendessen gehen sollst, dann glaub ihnen und nehm das Taxi oder fahr in den Großstätten mit Uber. Fahre nicht mit Minibussen, schon gar nicht in der Nacht und gehe nicht in Gegenden, von denen dir deine Gastgeber abraten, oder die dir komisch vorkommen.

Autoverkehr
An den Linksverkehr in Südafrika wirst du dich sehr schnell gewöhnen. Auch das du statt zu Blinken den Scheibenwischer einschaltest, wird nach einer gewissen Zeit aufhören (oder du erntest halt den ganzen Urlaub über, den Spot deiner Mitreisenden) und über die landesspezifischen Verkehrsregeln hast du dich sicherlich auch informiert. Oft hat man aber auch schon gehört, dass in Südafrika, z.B. an Ampeln in offene Fahrzeugfenster gegriffen wurde, oder Autos beim Halten gekapert wurden, weil die Türen nicht verschlossen waren. Das haben wir zwar nie erlebt, oder bei anderen gesehen. Wir haben aber auch gesehen, dass bei den meisten Fahrzeugen die Fenster immer geschlossen waren und bei modernen Fahrzeugen verschließen sich die Türen sowieso nach dem Anfahren von selbst. Achte darauf, das das bei deinem Mietwagen auch für den Kofferraum gilt.

Südafrika

Fazit
All unsere Tipps sollten eigentlich selbstverständlich sein und sind nicht nur in Südafrika gültig. New York, Barcelona, Berlin, eigentlich überall gibt es Kriminalität. 2015 ist z.B. in Kanada unser Wohnmobil aufgebrochen und ausgeraubt worden.

Südafrika ist ein wunderschönes Land und mir liegt es fern dir dieses Land zu vermiesen. Ganz im Gegenteil. Hab keine Angst, dich dort frei zu bewegen und mit den Menschen in Kontakt zu kommen. Du wirst definitiv etwas verpassen. Vielmehr wollte ich mit diesem Beitrag dem Vorurteil widersprechen, dass Südafrika generell ein unsicheres Reiseland ist.

Welche Erfahrungen hast du speziell in Südafrika gemacht? Wir freuen uns auf deinen Kommentar.

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