Warum man zu Silvester Berliner isst

Die Frage, nach der norddeutschen Tradition an Silvester um Mitternacht Berliner zu essen, stellen sich Viele, deshalb hier die Erklärung warum man zu Silvester Berliner isst.

Wer in Norddeutschland lebt oder hier zum Jahreswechsel zu Besuch ist, kommt um ein ganz bestimmtes Gebäck nicht herum: den Berliner. Vielerorts gibt es am 31. Dezember in Bäckereien gar keinen anderen Kuchen, als die leckeren runden Dinger zu kaufen. Trotzdem oder gerade deswegen stellt sich die Frage, warum man gerade zu Silvester Berliner isst.

Der Norddeutsche verspeist natürlich nicht den Berliner an sich, sondern viel mehr einen mit Fruchtmarmelade oder Pflaumenmus gefülltes und in Fett ausgebackenes Hefegebäck. Mittlerweile gibt es sie aber auch mit anderen Füllungen zu kaufen und der Fantasie der Bäckereien sind da kaum Grenzen gesetzt. Neben den klassischen Fruchtfüllungen wird z.B. Schokolade, Baileys oder Vanillepudding angeboten. Wer sich einen Scherz mit einem seiner Gäste erlauben möchte, kann in einigen Bäckereien auch einen Berliner mit Senf-Füllung bestellen. Dieser wird dann zwischen den Anderen platziert.

Warum Berliner Berliner heißen

Wie uns einer unserer Leser mitteilte, werden die Berliner in Berlin gar nicht Berliner Pfannkuchen, sondern einfach nur Pfannkuchen genannt, vielerorts auch Berliner Ballen. Für den Namen, so heißt es zeichnet ein Berliner Zuckerbäcker verantwortlich. Dieser sollte um 1756 der preußischen Artillerie unter Friedrich dem Großen als Kanonier dienen. Es stellte sich aber heraus, dass der Pâtissier wehruntauglich war, durfte dem Regiment aber weiterhin als Feldbäcker dienen. Aus lauter Dankbarkeit dafür, backte er essbare Kanonenkugeln, die heutigen Berliner.

Berliner selber backen

Natürlich kann man sich seine Silvesterberliner auch selber backen, was aber relativ zeitaufwändig ist. Zu der Arbeitszeit von ca. 90 Minuten, kommen auch noch insgesamt ca. 150 Minuten Gehzeit für den Teig. Dieser Aufwand lohnt sich meiner Meinung nach aber nicht, da gehe ich lieber schnell zur Bäckerei.
Wer es trotzdem probieren möchte findet im Internet jede Menge Rezepte dafür.

Warum man zu Silvester Berliner isst

Aber warum gerade um den Jahreswechsel herum der Run auf die kleinen kalorienreichen Dinger so groß ist, ist weitestgehend ungeklärt.

Ein möglicher Grund dafür ist, dass sich früher die Menschen in der Zeit bis Fastnacht rüsten mussten, um die Fastenzeit bis Ostern durchzuhalten. In Fett gebackene Kuchen wurden dafür als besonders gut geeignet erachtet (je nach Füllung 220 bis 320 Kalorien pro Stück), weshalb sie vorzugsweise zwischen Weihnachten und Karneval dazu dienten, entsprechende Reserven zu bilden.

Heutzutage dienen sie aber sicherlich eher dazu an Silvester eine gewisse Grundlage für den Alkoholkonsum an diesem Tag zu bilden, weshalb man gern auch schon mal am Nachmittag einen verspeist.

Allerdings hat Schmalzgebäck tatsächlich eine Tradition, die weiter zurückreicht als die der christlichen Fastenzeit. Schon Darstellungen bei Pharao Ramses III. belegen, dass die alten Ägypter Berliner Ballen kannten. Im Römischen Reich wird die Herstellung schon 100 Jahre vor der Zeitenwende detailliert beschrieben.

Wie erwähnt, traditionell gibt es dieses Gebäck in Norddeutschland in der Silvesternacht nach Null Uhr. Was ist aber mit dem Rest des Landes? Was isst man in Bayern, Baden-Württemberg und Hessen? Wir freuen uns auf eure Kommentare.

11 Gedanken zu “Warum man zu Silvester Berliner isst”

  1. Im Ruhrpott und der Kölner Region heissen sie auch nur “Berliner”, dort liegen sie auch vermehrt zu Silvester in der Bäckerauslage, aber nicht so lastig wie im Norden. in MeckPomm dagegen haben sogar die Bäckereien an Silvestersonntagen auf, nur um Blecheweise die “Pfannkuchen” (und der Zusatz “Berliner” fällt dort gänzlich weg) – wobei dort auch die Sortenauswahl viel größer ist – zu verkaufen. In MV gibts als Beispiel mit Blaubeere gefüllt, passender lila Glasurbezug ; Eierlikör nur mit Schoko überzogen; verschiedene Fruchtfüllungen, dann mit Zuckerguss und bunten Perlen oder sehr bunten Zuckerschriften verziert; klassisch mit Zucker für den “nicht so süssen Typ” , rosa Cremefüllung mit rosa Creme obenauf (vorsicht, nicht stapelbar. 😉 ) irgendwie habe ich dieses Jahr sogar mit Einhorndeko gerechnet. Warum und zu welcher Zeit genau man sie isst, ist mir gar nicht so geläufig, daher bin ich ja hier auf dieser Seite gelandet…

  2. Bei uns hier in Norderstedt bei Hamburg, sagt man einfach nur “Berliner”. Das Schmalzgebäck wird in der Silvesternacht verputzt … und Neujahr und und!!!
    FROHES NEUES 2018

  3. Ich bin Berliner und esse Pfannkuchen – wie wir sie hier in Berlin nennen – jedes Jahr an Silvester. Allerdings eher um die Nachmittagszeit 🙂 frohes neues Jahe!

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