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Sehnsucht nach Kapstadt

Lesezeit: ca. 7 Minuten

Seit mehreren Wochen schon ist es morgens stockfinster, wenn der Wecker uns sanft aus dem Schlaf holt. Es ist einer dieser Wecker, die einem entspannt mit Licht und Geräuschen aus der Natur aufwecken und einen nicht senkrecht im Bett sitzen lassen, wenn wir entschieden haben, dass der Tag für uns beginnen soll.

Wenn wir dann nach dem Frühstück und den ersten Nachrichten des Morgenmagazins an unsere Arbeitsplätze gehen, ist es draußen immer noch dunkel, besonders dann, wenn die ersten Herbststürme durch die Straßen ziehen und versuchen den Bäumen die bunt gefärbten Blätter zu entreißen.

Es ist immer noch Home Office Zeit. Für die einen ein Fluch, für die Anderen ein Segen. Wir gehören zu den Anderen und können unseren Arbeitstag früher als sonst beginnen, da der einstündige Weg ins Büro entfällt und man entspannt in den Tag starten kann.

Langsam bahnt sich das Licht einen Weg durch die Wolken und in mein Arbeitszimmer. Ich mache eine Bildschirmpause, hole mir einen heißen Tee aus der Küche und schaue aus dem Fenster, um die Augen zu entspannen.

Etwas kleines Braunes flitzt vom Grundstück der Nachbarin über die Straße zu unseren beiden Haselnussbäumen. Erst zu dem einen, dann zu dem anderen. Ein paar Nüsse liegen auf dem Boden. Das Eichhörnchen schnappt sich eine, dreht sie ein paar Mal in seinen Vorderpfoten und öffnet sie geschickt mit seinen kleinen Zähnen. Mehrere Eichhörnchen leben schon seit vielen Jahren irgendwo hier in der Nähe und sind unsere täglichen Gäste. Mittlerweile sind sie sogar zutraulich geworden, was wohl am Zufüttern unsererseits liegt. Sie trauen sich sogar ein Stück in unser Haus, wenn wir ihnen die Nüsse nicht auf der Terrasse, sondern im Esszimmer servieren.

Wenn die Menschen im Herbst langsam runterfahren und es sich zuhause gemütlich machen, werden Eichhörnchen sehr hektisch. Sie legen ihre Wintervorräte an, da sie keinen Winterschlaf halten. Dabei legen sie kein großes Depot mit vielen Nüssen an, sondern verstecken jede Nuss an einem anderen Ort. So fällt Dieben nicht der ganze Vorrat vor die Pfoten. Dumm nur das die Eichhörnchen nicht immer wissen, wo sie die vielen Nüsse versteckt haben. So finden wir zu der Zeit, an der die Gartenarbeit wieder beginnt, überall Nüsse. Mal im Beet oder im Blumentopf vergraben, mal einfach nur in eine weiche Stelle des Rasen gedrückt.

Sehnsucht nach Kapstadt

Je mehr sich der Tag gen Feierabend neigt, bekomme ich im Arbeitszimmer mit, wie die Sonne, mühsam aber beständig die wenigen gelblich grünen Blätter der Bäume vor meinem Fenster zum Strahlen bringt. Eine kleine Meise pickt Insekten von den Ästen und das Eichhörnchen ist immer noch hektisch unterwegs. Die spärlichen Sonnenstrahlen wecken die Sehnsucht nach warmen Wetter, nach den Wellen des südatlantischen Ozeans, nach Kapstadt.

Der Tafelberg dominiert das Bild von Kapstadt und ist allgegenwärtig. Einen großartigen Blick auf ihn hast du, wenn du wie wir hier, gerade auf den Weg hoch zum Plateau des Lions Head bist.
Unsere Sehnsucht nach Kapstadt wächst
Die Wanderung auf den Lions Head lohnt sich allein schon wegen dem 360 Grad Blick auf die Stadt. Wir können es kaum erwarten, uns wieder auf den Weg zu machen. Unsere Sehnsucht nach Kapstadt wächst.
Mit viel Glück und zur richtigen Tageszeit, bist du oben auf dem Lions Head ganz allein. Ansonsten ist der Stein, auf dem Gunnar hier sitzt hoch frequentiert für coole Insta-Posts.

Hast du auch so einen Sehnsuchtsort, wo du zwar schon öfter warst, aber immer wieder hin möchtest und an den du immer denken mußt? Seit 2016 waren wir jedes Jahr dort und haben von dort aus Südafrika erkundet. 2018 war Kapstadt das Ziel unseres Südafrika Roadtrips, weil wir im Norden mit der Panorama Route und dem Krüger Nationalpark angefangen haben. Zum Jahreswechsel 2019/2020 sind wir nach zwei Wochen Kapstadt von dort aus nach Namibia gestartet. Dann kam die Pandemie.

Wie plant man einen Roadtrip in einer Pandemie?

Am Anfang dachten die meisten und auch wir, dass das Ganze in ein paar Monaten erledigt wäre mit dem Virus. Das war natürlich sehr blauäugig, aber schließlich hat kaum Jemand in unseren Breitengraden je etwas in diesem Ausmaß miterlebt. Aber wir lernten dazu und verhielten uns ruhig. Wir waren auch ein wenig unterwegs – in Hannover, auf Amrum und hier und da mal einen Ausflug in der Region. Immer ganz vorsichtig. Aber die Sehnsucht blieb. Und so haben wir, mittlerweile pandemie-erfahren, das gemacht, was wir Anfang 2021 eigentlich tun wollten und für den Januar 2022 Flüge nach Kapstadt gebucht.

Die Flugbuchung

Einen Langstreckenflug in diesen Zeiten zu buchen fühlt sich anders an als sonst. Es ist irgendwie aufregender, spannender. Die Normalität wie vor Covid ist weg und wird ersetzt durch die Hoffnung darauf, dass unsere Flüge überhaupt stattfinden werden bzw. stattfinden dürfen. Die Spannung ist berechtigt, denn die Airline, bei der wir zuerst gebucht hatten, stornierte uns nach vier Wochen einfach mal so den Rückflug aus Kapstadt, als ob sie wüssten, dass wir eh lieber da bleiben würden. Neue Flüge mit einer anderen Airline zu buchen war kein Problem, so dass die Spannung jetzt wieder steigt je näher der Januar rückt.

Unterkünfte und Mietwagen

Den Roadtrip planen wir wie sonst auch, diesmal werden wir sogar zu viert unterwegs sein. Unterkünfte haben wir bei unseren Vor-Covid-Reisen in der Regel für den Anfang der Reise mehrere Monate vorher gebucht oder wenn absehbar war, dass wir sonst keinen Platz zum Schlafen mehr finden würden. Hier sind wir jetzt etwas vorsichtiger und würden nur vorbuchen, wenn eine kostenlose Stornierungsmöglichkeit besteht. Die meisten Buchungsportale bieten das aber an. Die meisten Unterkünfte haben wir in Südafrika aber sowieso immer erst ein paar Tage vorher reserviert. Genauso werden wir auch mit unserem Mietwagen vorgehen. Generell ist es derzeit aber auch bei den Autovermietern so, dass eine kostenlose Stornierung möglich ist.

Auslandkrankenversicherung

Eine Auslandskrankenversicherung solltest du, unabhängig von Corona, bei jeder Reise abschließen, da deine normale Krankenversicherung im Ausland in der Regel nicht zahlt. Das kann sehr schnell, sehr sehr teuer werden und dir echt die Laune vermiesen, da du dann die Behandlung fasst immer direkt vor Ort selbst bezahlen muss. Wenn du sonst normalerweise trotzdem drauf verzichtet hast, solltest du in Covid-Zeiten aber auf jeden Fall einen Auslandskrankenschutz haben, und beim Abschluss auch prüfen ob Pandemien eingeschlossen sind!

Corona-Lage und -Regeln im Urlaubsland checken

Wichtig ist derzeit auch immer zu prüfen, wie die Corona-Lage an deinem Reiseziel ist, welche Vorschriften eingehalten werden müssen und welche Tests du ggf. vorweisen musst. In den meisten Ländern musst du deine Ankunft in deinem Zielland elektronisch anmelden. Dies ist auch der Fall, wenn du wieder nach Deutschland zurückkommst. Wichtig ist das du mit den Vorschriften immer auf dem aktuellesten Stand bist, dann ersparst du dir am Flughafen böse Überraschungen.

Auch in der näheren Umgebung von Kapstadt gibt es viel zu sehen.
Hier z.B. in Knysna, …
…oder eine spannende Fahrt über den Swartbergpass, …
…oder eine erfrischende Abkühlung unter einem eiskalten Wasserfall am Boesmanskloof.

Die Strecke, die wir fahren werden steht schon fast fest und wir sitzen jetzt gerade an den Zielen, die wir ansteuern wollen. Aber das Schöne an einem Urlaub in Kapstadt und Südafrika ist, dass man auch mal spontan sein kann, denn es gibt so viel zu entdecken und ein Guesthouse oder Airbnb findet man immer kurzfristig. Ich denke diese Reise, wenn sie denn stattfinden wird, woran ich fest glaube, wird etwas anders als unsere anderen vier Reisen nach Südafrika werden, aber trotzdem nicht minder schön. Und es fühlt sich großartig an, dieses Ziel vor Augen zu haben.

Hast du auch schon eine größere Reise in der nahen Zukunft geplant, oder wartest du lieber bis noch mehr Normalität erlaubt sein wird?

5 Kommentare zu “Sehnsucht nach Kapstadt

  1. Das Beobachten der Tierwelt fehlt mir hier ein bisschen in der Großstadt, aber die Vorfreude auf den gemeinsamen Trip teile ich. Wir hoffen auch sehr, dass es los geht und sind schon gespannt auf unser nächstes Treffen! Happy Sunday 🙂

    • Na klar, die großen Tiere halten sich eher fern von der Kapstadt, aber am Lions Head wurde in der letzten Zeit doch schon ein Karakal gesichtet und die Pinguine, Baboons und Strauße sind auch nicht fern.

      Aber ich denke wir werden auch diesmal wieder die Big 5 sehen 😌

  2. Sehr schön geschrieben, Holger! Vor allem die Schilderung deines morgendlichen Arbeitsbeginns mit dem über die Straße flitzenden, braunen Etwas hat mir gut gefallen!

    Schön, dass eure Afrika-Planung auch jetzt immer noch feststeht, nun ist es auch nicht mehr so lange hin. Ich drück‘ euch die Daumen, dass das auch so bleibt!

    Ich hab’ gestern die beiden Fährüberfahrten von Frankreich nach Irland und zurück für April/Mai gebucht. Das ist jetzt mein insgesamt dritter(!) Anlauf, endlich auf die grüne Insel zu kommen! Hoffentlich klappt’s dieses Mal… 😉

    • Danke für deinen Kommentar Wolfgang. Ja, im Home Office bekommt man viel mehr von dem mit, was um einen herum so passiert, aber wem sag ich das.

      Wir sind alle sehr gespannt, wie es diesmal in Südafrika wird und können es kaum erwarten die Reisetaschen zu packen. Wird auch langsam mal Zeit.

    • Ach ja, und natürlich drücken wir dir auch alle Daumen, dass du diesmal auf die Fähre zum Schafe zählen kommst 😉

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