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Inselurlaub auf Amrum – Einfach nur schön

Amrum Leuchtturm
Lesezeit: ca. 8 Minuten

Last Updated on 20. Oktober 2020 by Holger

Wird man nach einer deutschen Nordseeinsel gefragt, bekommt man als Antwort sicherlich nicht sofort Amrum genannt. Es sei denn man war schon mal dort, denn dann weiß man, dass die kleine Insel Amrum eine ganz besondere Perle ist. Und genau deshalb fuhren wir dort auch hin.

Oomram, wie Amrum auf Öömrang, dem Amrumer Friesisch heißt, gehört zu den Nordfriesischen Inseln und liegt südlich von Sylt und südwestlich von Föhr. Amrum erreicht man vom Festland mit der Fähre ab Dagebüll. Du kannst dein Auto mit auf die Insel nehmen, oder in Dagebüll parken. Wir haben das Auto mitgenommen, wir stellten aber schnell fest, dass das Hauptverkehrsmittel auf Amrum, zumindest während der Saison, das Fahrrad ist. Viele bringen ihre eigenen Bikes mit, man es sich aber auch bei einem der zahlreichen Verleiher ausleihen.

Auf der Fähre nach Amrum
Als fast letzter standen wir auf der Fähre, aber durften als erste mit den LKW wieder rausfahren 🙂

Schon auf der Fähre werden wir entschleunigt und zwar im wahrsten Sinne von 100 auf, na sagen wir mal 10. Denn wir waren auf dem Weg nach Dagebüll doch etwas in Eile, weil einige LKW uns auf der Landstraße sehr aufgehalten haben und wir beinahe die fest gebuchte Überfahrt verpasst hätten. Endlich angekommen, wurden wir auf der Fähre sehr gemütlich auf die nächsten 3 Tage eingestimmt. Mit gefühlter Schrittgeschwindigkeit, gleitet sie durch das Wasser, auf der linken Seite die Halligen, und auf der rechten Seite die Insel Föhr. Endlich Urlaub nach ein paar sehr anstrengenden Tagen, die wir zuhause mit Pflasterarbeiten verbrachten! Nach etwa 1,5 Stunden bei gleichbleibender Schleichfahrt kamen wir an der südlichen Spitze von Amrum – in Wittdün an.

Kein Schicki-Mickie bitte!

Sobald man die Fähre verlassen und den Hafen von Wittdün hinter sich gelassen hat, merkt man, das Amrum anders als die berühmte Schwester im Norden ist. Nach dem Dorf Wittdün fährt man erstmal durch einen Wald an dessem Rande inmitten einer Heide und Dünenlandschaft der Leuchtturm von Amrum steht und dann kommt noch mehr Wald, bis man im beschaulichen Ort Nebel von einer liebevoll restaurierten Windmühle begrüßt wird. Hier in der Inselmitte ist ordentlich was los, aber hier stehen keine Luxuskarossen vor edlen Boutiquen oder überteuerten Restaurants rum, sondern eher Fahrräder vor kleinen, netten Cafés. Später erfahren wir das man hier zwar nichts gegen Geld hat, aber Schicki-Mickie will man hier nicht und wer Geld hat, der zeigt es nicht. Die Gäste sollen sich erholen, entspannen und einfach wohlfühlen. Schon nach unseren ersten Minuten hier denken wir, dass das auch bei uns klappen wird.

Hotel Hüttmann in Norddorf auf Amrum
Hotel Hüttmann in Norddorf auf Amrum

Wir fahren aber erstmal weiter in den nördlichsten Ort der Insel, mit dem passenden Namen Norddorf. Hier werden wir im Hotel Hüttmann zwei Nächte verbringen und die Insel in den nächsten drei Tagen vom Norden bis in den Süden erkunden. Das Hotel Hüttmann hat eine über 125 jährige bewegte Geschichte auf Amrum, dazu aber mehr in einem eigenen Beitrag. Unser Zimmer in der zweiten Etage hatte einen kleinen Balkon, mit Blick auf Amrums Nordspitze und einem grandiosen Sonnenaufgang.

Der Jordsand – Amrums Nordspitze

Das Erste was wir also machten, war ein Fußmarsch zu diesem äußersten Zipfel, dem Jordsand oder auch Amrumer Odde genannt. Der Hinweg führte etwa 4 Kilometer an der Wattseite, also der dem Festland zugewandten Seite am Vogelbrut-Gebiet entlang. Kurz vor der Spitze ging es nach links durch die Dünen auf die andere Seite der Insel. Von Hier aus können wir die Inseln Föhr und Sylt sehen. Für uns geht es jetzt zurück auf der “wilden Seite” der Dünen an dem kilometerlangen und sehr breitem Sandstrand entlang nach Norddorf. Der Kniepsand, wie der Strand heißt, zieht sich auf der Westseite der Insel komplett entlang bis nach Wittdün und gehört damit zu den längsten und breitesten Stränden Europas, zumindest wenn man die Amrumer fragt. Zu den schönsten Stränden sowieso, und das können wir wirklich bestätigen.

Der Jordsand auf Amrum
Die Äußerste Spitze im Norden von Amrum. Weiter raus dürfen nur die Brutvögel.
Der Kniepsand auf Amrum
Der Kniepsand auf Amrum. Unendliche Weiten.
Strandkörbe auf Amrum
Stell dir vor du bist ein Strandkorb und hast richtig viel Platz.

Vielen Menschen begegneten wir auf unserem fast 10 Kilometer langen Spaziergang nicht. Es verläuft sich hier alles, was auch gut so ist.

Der Amrumer Leuchtturm

Nach einem ausgiebigen Frühstück wollten wir den Anrumer Leuchtturm besuchen, dieser steht, was bei einem Leuchtturm durchaus Sinn macht, von überall sichtbar hinter den Dünen zwischen Nebel und Wittdün. Unseren Wagen parkten wir etwas abseits auf einem Waldparkplatz und machten uns durch eine unglaublich schöne Landschaft zu fuss auf den Weg. Man kann den Leuchtturm besichtigen, was wir aber nicht taten. Uns trieb es wieder an den Strand an dem wir dann zurück zum Parkplatz gingen.

Dünenlandschaft auf Amrum
Dünen- und Heidelandschaft auf Amrum. Wer genau hinschaut, kann den Leuchtturm schon entdecken.
Amrumer Leuchtturm
Da ist er.

Einzigartige Dünenlandschaft

Danach hatten wir eine private Strand- und Dünenführung mit einer Diplom-Biologin des Naturzentrums Amrum. Bei der eineinhalbstündigen Führung die im Spülsaum (ja, wir haben aufgepasst! 🙂 ) des Strandes beginnt, erfahren wir viel über die Entstehung des Kniepsandes und den Dünen. Aus kleinen Sandhaufen kann mit Hilfe von Wind und speziellen Pflanzen wie z.B. dem Strandhafer eine einzigartige Dünenlandschaft entstehen. Auf einem für Amrum typischen Bohlenweg gehen wir durch die Dünen und erfahren so einiges über die unterschiedlichen Pflanzen, die etwas entfernt des Strandes hier wachsen, wie zum Beispiel Heide und Sanddorn. Nach einiger Zeit werden die Pflanzen immer größer und wir stehen im Wald. Eine solche Führung ist sehr spannend und zu Empfehlen für Alle, die etwas mehr über die Natur auf Amrum erfahren möchten.

Dünenlandschaft auf Amrum
Mit einer Diplom Biologin auf Erkundungstour auf den hier typischen Bohlenwegen.
Strandhafer und Heide auf Amrum
Strandhafer und Heide auf Amrum

Nebel, die gemütliche Inselmitte

Der älteste Ort Amrums ist Nebel. Um diesen Ort ranken sich Seefahrer-Geschichten und Legenden wie sie uns der “Inseljung” Kai Quedjens bei eine Führung durch das schmucke Dorf, mit seinen teils sehr alten reetgedeckten Friesenhäusern zu erzählen wusste. Auf dem Friedhof rund um die St. Clemenskirche, erzählen die Inschriften der Grabsteine, wie hart das Leben der Seefahrer und vor allem das der Frauen der Seefahrer damals war.

Der Friedhof um die St. Clemenskirche in Nebel auf Amrum
Der Friedhof um die St. Clemenskirche in Nebel auf Amrum

Heute ist das Leben der Menschen auf Amrum einfacher und bestimmt auch schöner. Und ganz besonders in Nebel. Die kleinen Gassen laden zum flanieren und gucken ein. Die alten Häuser, die Gärten sind einfach schön anzuschauen und wenn einem danach ist, setzt man sich in eines der vielen kleinen Cafés und lässt es sich bei einem leckeren Stück Kuchen und einer Kaffeespezialität gut gehen.

Café Gundt in Nebel
Café Gundt in Nebel

Zum Beispiel im Café Gundt im Uasterstigh, wo es uns wirklich gut gefallen hat. Dort haben wir auch das erste Mal in unserem Leben Queller gegessen. Wer sich ein altes Kapitäns-Haus, von denen es hier noch viele gibt, einmal von Innen ansehen möchte, sollte das über 250 Jahre alte “Öömrang Hus” besuchen. Es ist heute ein Museum. Ebenfalls ein Museum ist die denkmalgeschützte Mühle aus dem 18. Jahrhundert. Sie ist top restauriert und funktioniert sogar noch.

Das Öömrang Hus in Nebel
Das Öömrang Hus
Die alte Restaurierte Windmühle von Nebel auf Amrum
Die alte Restaurierte Windmühle lädt zu einem Besuch zumindest für ein Foto ein.

Urlaub auf Amrum

Amrum ist nicht groß, aber atemberaubend, besonders der weite Kniepsand. Nach Amrum fährst du nicht wenn du Party machen willst, nach Amrum fährst du, wenn du einfach mal entspannen und die Hektik des Alltags hinter dir lassen willst. Natürlich kannst du hier nicht nur spazieren gehen und echt gut essen – die Insel hat auch jede Menge Aktivitäten zu bieten: Entdecke die Insel mit dem Fahrrad, unternehme Wattwanderungen (mit einem erfahrenen Wattführer kann man sogar bis nach Föhr gehen), du kannst Surfen, Kiten und StandUpPaddeling betreiben oder wenn du dich auf dem Rücken eines Pferdes wohl fühlst ist auch das möglich. Informiere dich zu allen Aktivitäten einfach auf amrum.de

Stabmuscheln
Wusstest du dass das braune auch Muscheln sind? Es sind Stabmuscheln.
Ebbe in Wittdün auf Amrum
Ebbe in Wittdün auf Amrum

Und wenn du es noch nicht gewusst hast: Amrum hat wie die meisten Nordsee-Inseln ein besonderes Reizklima. Das klingt zwar irgendwie ungesund, ist aber genau das Gegenteil. Von einem Reizklima spricht man wenn bestimmte klimatische Bedingungen zusammentreffen, die eine positive Auswirkung auf das Immunsystem des menschlichen Körpers haben. Also z.B. starke Winde, große Temperaturunterschiede, UV-Strahlung aber auch die gesunde salz- und jodhaltige Luft, die dir hier um die Ohren weht. Dieses Klima ist besonders empfehlenswert bei Menschen mit Lungenerkrankungen wie Asthma oder Bronchitis, aber auch bei Allergien und Hautkrankheiten.

Ich hoffe wir konnten dir Amrum ein wenig schmackhaft machen. Für einen Tagesausflug ist die Anreise allerdings zu weit und du hättest viel zu wenig Zeit auf der Insel, um ihre ganze Schönheit zu entdecken. Plane also mindestens wie wir drei Tage, oder besser eine Woche oder mehr ein. Du wirst es nicht bereuhen.

Links und Empfehlungen

Weitere Informationen über Amrum
AmrumTouristik AöR
amrum.de

Anreise mit der Fähre ab Dagebüll
Wyker Dampschiffs-Reederei
faehre.de

Hotel Hüttmann
Ual Saarepswai 4
25946 Norddorf
hotel-huettmann.de

Cafè Gundt
Uasterstigh 5
25946 Nebel
gundtamrum.com

Wir bedanken uns bei AmrumTouristik AöR für den angenehmen Aufenthalt und die Einladung nach Amrum. Der Inhalt dieses Beitrages ist aber natürlich von der Einladung unbeeinflusst und spiegelt unsere eigene Meinung wider.

1 Kommentar zu “Inselurlaub auf Amrum – Einfach nur schön

  1. Schöner Bericht, Holger! Wir haben Amrum damals ähnlich erlebt und genossen; eine wirklich schöne Ferieninsel…

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