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Reisefotografie: Reisen und Fotografieren – Ein perfektes Paar

Zebras in der Morgendämmerung im Krüger Nationalpark
Lesezeit: ca. 7 Minuten

Das Reisen und Fotografieren ist für viele Menschen eng miteinander verbunden. Beides gehört auch zu meinen großen Leidenschaften, wobei wir schon beim heutigen Thema, inklusive eines, für dieses Thema, sehr spannenden Buchtipps sind: Der Reisefotografie.

Zur Einstimmung vielleicht eine kleine Geschichte, die ich immer gerne erzähle, weil wir sie so skurril fanden. 2015 unternahmen wie einen Roadtrip durch Kanada. Wir besuchten einmal relativ früh am morgen, den Lake Minnewanka in der Nähe von Banff. Es war etwas nach 8 Uhr morgens, als wir dort ankamen und die Luft war noch richtig frisch, wir hatten in der Nacht 7 Grad. Der Besucherparkplatz war noch leer und die Ausflugsboote dümpelten ruhig auf dem sehr ruhigen Wasser. Um 10 Uhr sollten die ersten Bootstouren starten, wie wir dem Aushang entnehmen konnten.

In der Nähe des Parkplatzes, gab es eine relativ große Holz-Plattform mit Blick auf den See und die ihn umgebenden Berge. Der Blick war zwar ok, aber er gab nicht im Ansatz den ganzen Reiz dieser Landschaft wieder. Wir wollten also mehr davon sehen und wollten uns gerade auf den Weg zum Ufer machen, als ein vollbesetzter Reisebus anhielt.

Reisefotografie kann auch so aussehen
Schnell ein paar Fotos machen und dann zurück in den Bus.

Der Fahrer öffnete die Türen und eine große Reisegruppe entstieg dem Bus. Alle zückten Ihre Kameras, Smartphones und Tablets und begaben sich auf die Aussichts-Plattform. Der Bussfahrer lies derweil den Motor des Busses laufen. Die Reisegruppe machte lautstark Fotos, Filmchen und Selfies. Keine 10 Minuten später war der „Spuk“ vorbei und der Bus setzte sich wieder in Bewegung, wohl auf dem Weg zum nächsten POI. Plötzlich war es wieder mäuschenstill und wir die einzigen Menschen weit und breit.

Ob Jemand der besagten Gruppe, später zuhause, wenn sie oder er der Familie oder Freunden die Fotos zeigen, sagen konnte, dass das da auf dem Fotos der wunderschöne Lake Minnewanka ist, wage ich zu bezweifeln.

Ich erzähle dieses kleine Urlaubserlebnis nicht, um diese Art von Reisen zu verurteilen, sondern um zu beschreiben, das es viele Arten von Reisefotografie gibt. Nach diesem Erlebnis machten wir noch einen ausgedehnten Ausflug entlang des Ufers, wo dann dieses, wie ich finde sehr stimmungsvolle Foto entstand.

Unser Lieblingsmoment 2015
Morgenstimmung am Lake Minnewanka, Banff

Buchtipp: Reisefotografie von Stephanie Bernhard und Stefan Tschumi

Stephanie Bernhard und Stefan Tschumi, die einige Leser unseres Blogs vielleicht durch unser Interview kennen, welches ich 2018 mit ihnen führen durfte, beschreiben in ihrem sehr lesenswerten Buch „Reisefotografie – Die große Fotoschule*“ zwei Arten der Reisefotografie. Menschen die auf Reisen fotografieren und Menschen die auf Reisen gehen um zu fotografieren. Das ist natürlich nicht das Thema des Buches an sich, aber es beschreibt sehr gut die Einstellung der Beiden, die Ihr Hobby mittlerweile zum Beruf gemacht haben, zur Fotografie.

„Wir reisen für Momente, die uns sprachlos zurücklassen, mit Tränen in den Augen – Tränen des Glücks, aber auch Tränen des Leids, weil wir miterleben, wie sorglos mit unserem Planeten umgegangen wird, und weil wir sehen, wie andere Menschen leiden, während es es uns an nichts fehlt.“

Stefan Tschumi – journeyglimpse.com
Reisefotografie - Die große Fotoschule
Reisefotografie – Die große Fotoschule

Das Buch der Beiden ist aber für jeden Menschen gedacht, zu welcher der beiden Gruppen sie oder er sich auch zählt. Zur Zeit zähle ich mich auch zur denen, die auf ihren Reisen fotografieren, der Erinnerungen wegen und natürlich auch, um mit unseren Leserinnen und Lesern unsere Erlebnisse zu teilen. Aber genauso gut wie wir uns auch mal aufmachen um einfach nur in der näheren Umgebung etwas zu fotografieren, haben wir auf unseren Reisen auch schon Ziele angesteuert, nur wegen eines einzigartigen Fotospots.

Das Buch „Reisefotografie – Die große Fotoschule“ behandelt Fotografie und Film gleichermaßen. Anhand ihrer eigenen Fotos beschreiben Stephanie und Stefan, wo und wie diese entstanden sind und was es manchmal für Planungen, Anstrengungen und Geduld bedurfte, bis sie letztendlich auf der Speicherkarte gelandet sind. Aber auch wenn man selbst ein geduldiger Mensch ist, manchmal fehlt es auf Reisen einfach an der Zeit, oder die Reise-Planung lässt es einfach nicht zu, noch länger auf den richtigen Moment zu warten. Dennoch ist dieses Buch für jeden ambitionierten (das sollte man schon sein) Fotografen oder Fotografin empfehlenswert, sich damit zu beschäftigen, weil es auch solche Aspekte behandelt.

Häufig ist es so, dass viele Menschen denken, je besser und teurer die Fotoausrüstung ist, desto besser werden auch die Fotos. Das dem nicht unbedingt so ist, sondern das es eher auf den Menschen hinter der Kamera ankommt als auf das Equipment, sage ich Jedem, der mich fragt, ob er (oder sie) sich eine neue, bessere Kamera oder das teure Objektiv kaufen soll. Und das ist auch tatsächlich so. In Stephanies und Stefans Buch widmet sich aber natürlich ein Kapitel auch dem Thema Equipment und erklärt beispielsweise die Unterschiede der verschiedenen Kameratypen und worauf man bei der Objektivwahl achten muss, aber auch welches Zubehör nützlich sein kann. So kann Jeder für sich selbst entscheiden, was für seine Ansprüche und Zwecke notwendig oder für seinen Geldbeutel möglich ist.

Du erfährst in dem Buch etwas über Bildgestaltung und wie man Landschaften, Städte, Menschen und Tiere gut in Szene setzt. Aber auch über die Reiseplanung, welches Equipment du auf Reisen brauchst (man muss nicht immer alles mitnehmen) und wie du im Anschluss der Reise deine Aufnahmen aufbereitest und präsentierst. Das Ganze immer sehr persönlich geschrieben und an eigenen Beispielen erklärt.

Du merkst vielleicht, dass ich von dem Buch begeistert bin, denn es vereint nicht nur zwei meiner Leidenschaften, sondern ist auch spannend und anschaulich geschrieben. Nicht zuletzt sorgen die vielen großartigen Fotos, die alle von Stephanie und Stefans Reisen stammen dafür, dass einem beim Lesen nicht langweilig wird, sondern eher die Reiselust packt, um selbst so schöne Fotos zu machen.

Weniger ist manchmal mehr

Ich bin in der nichtdigitalen Zeit geboren und als ich anfing zu fotografieren, musste ich bei jedem Foto genau überlegen, was ich fotografieren will, denn ich hatte mit jedem in die Kamera eingelegten Film nur 12, 24 oder 36 mal die Chance auf den Auslöser zu drücken und ein Bild auf dem selbigen zu verewigen. Ob es überhaupt was geworden ist, erfuhr ich dann erst nach dem Urlaub, als die Fotos entwickelt waren. Filmmaterial und Entwicklung waren natürlich auch immer ein gewisser Kostenfaktor und ich überlegte mir vor jedem Urlaub, wie viele Bilder ich machen wollte, bzw. ich mir leisten konnte.

Für unsere jüngeren Leserinnen und Leser, die gar nicht wissen, was ich oben meinte: Dies sind 135er Filmrollen für analoge Kleinbildkameras. – Image by rawpixel.com

Heutzutage ist man natürlich nicht mehr so eingeschränkt, was die Anzahl der Fotos angeht. Auf eine Speicherkarte passen tausende von Fotos und so kommen wir von einer vierwöchigen Reise meistens auch mit drei- bis viertausend Fotos zurück. Der ein oder andere wird jetzt erstaunt fragen „Was, so wenig?“ und ich antworte dann, „Ja, und nachdem ich sie gesichtet haben bleiben davon etwa 1.000 Bilder übrig“, was in meinen Augen auch immer noch ziemlich viel ist.

Letztendlich dient mir das fotografieren und filmen auf Reisen ja nicht da zu, das Reiseziel komplett zu kartografieren, sondern dazu Erinnerungen an das Land, die Menschen dort und an die besonderen Momente und Erlebnisse festzuhalten und in dem Foto auszudrücken. Dafür braucht es nicht tausende von Bildern, dafür reichen meisten auch nur ein paar hundert. Und die sind es dann auch, die man sich immer wieder gerne anschaut, aus einigen davon vielleicht ein Fotobuch macht, oder ein besonders Schönes zuhause im Großformat an die Wand hängt.

Fotosammlung aufräumen

Diese Einstellung zum Fotografieren musste ich aber auch erst lernen. Denn als die digitale Fotografie aufkam und nachdem die Fotos dann auch eine angemessene Qualität aufwiesen, fotografierte ich alles Mögliche, nur um mich nicht hinterher zu ärgern es nicht getan zu haben. Löschen kann man es ja immer noch. Bei mir war deshalb vor einigen Monaten großes Aufräumen in meiner digitalen Fotosammlung angesagt. Von etwa 29.000 Fotos habe ich fast 8.000 gelöscht.

Wie fotografierst du auf Reisen? Viel oder wenig? Großes Equipment oder Smartphone? Und was machst du am Ende mit den Fotos? Schreib es uns gern in den Kommentaren.

Wir bedanken uns beim Rheinwerk Verlag für die kostenlose Bereitstellung des Rezensions-Exemplars von „Reisefotografie – Die große Fotoschule“. Unsere Meinung zu dem Produkt und der Inhalt dieses Beitrages wurde davon aber nicht beeinflusst. *Dieser Beitrag enthält Affiliate Links.

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