Der Lions Head ist neben dem Tafelberg eine der markantesten Erhebungen in Kapstadt und seine Besteigung sollte für jeden Kapstadt-Besucher, der fit genug ist, ein Pflicht-Programm sein. Natürlich sollten man das Auf-Berge-Klettern mögen oder zumindest nichts gegen den geilsten 360° Rundum-Blick den es auf Kapstadt gibt haben. Alles klar, jetzt hab ich euch.

Tag 17, 08.02.2017

Bo-Kaap

Bevor wir uns aber an den Aufstieg machen, gibt es noch ein wenig Stadtbesichtigung. Zuerst stand Bo-Kaap, der älteste Stadtteil Kapstadts auf dem Programm. Warum dieses Viertel so bekannt ist sticht einem sofort ins Auge: die knallbunt bemalten Häuser. Die Fassaden leuchten einen regelrecht an, besonders wenn die Sonne noch kräftig bei der Beleuchtung hilft. Zum Fotografieren wirklich toll und es hat auch niemand etwas dagegen.

Die bunten Häuser im Bo-Kaap Viertel
Die bunten Häuser im Bo-Kaap Viertel

Long Street

Danach ging es in die Long Street, der Partymeile Cape Towns. Man sollte sie eigentlich Abends besuchen, dann ist hier richtig was los und die vielen Bars, Kneipen und Restaurants gut gefüllt. Aber Abends sind wir meistens vom anstrengenden Tag so kaputt, das wir meistens nicht mehr ausgehen. Wer sagt das Reisen nicht anstrengend sein kann?

Long Street
Long Street

Camps Bay

Gegen Mittag fuhren wir dann noch rüber nach Camps Bay, dem feinen Vorort von Kapstadt. Wer hier eine schicke Luxus-Villa mit Meerblick sein Eigen nennt, der hat es geschafft. Und wer hier tagsüber mit dem Auto durch will, muss ein wenig Zeit mitbringen, denn es geht nur im Schritttempo voran. Wer sich den Ort anschauen möchte, der findet aus der City kommend kurz vor der Ortseinfahrt rechts einen großen Parkplatz. Von da aus sind es zu Fuß nur ein paar Minuten bis zur Strand-Promenade.

Camps Bay
Camps Bay

Rauf auf den Lions Head

In Camps Bay ist der Lions Head fast noch präsenter als in der City selber und er erinnerte uns daran, dass wir bald los müssen, wenn wir später nicht wie einige den Berg hoch joggen wollen, um rechtzeitig zum Sonnenuntergang oben zu sein. Vorher kauften wir uns aber noch etwas Verpflegung ein, die man schon braucht, wenn man oben angekommen ist (oder auch zwischendurch).

Um zum Ausgangspunkt der der Tour zu kommen, fuhren wir wieder ein Stück Richtung Kapstadt auf die Straße zum Signal Hill. Nach kurzer Zeit kommt auf der rechten Seite ein kleiner Parkplatz, an dem direkt der Weg zum Lions Head anfängt. Der Parkplatz ist bewacht und wenn man Abends in der Dunkelheit vom Berg herunter kommt, dann stehen hier in der Regel auch noch ein paar Taxen.

Hier startet die Tour auf den Lions Head
Hier startet die Tour auf den Lions Head

Was gibt es für die Besteigung zu bedenken?

  • Nicht allein hinauf gehen
  • Nehm ein Telefon mit und schreib dir die Notfallrufnummer auf (Schilder stehen am Anfang des Weges und auch mittendrin nochmal)
  • Sorge für ausreichend Getränke und für eine Kleinigkeit zu essen (Obst ist toll und Nüsse liefern schnell wieder Energie), die Tour nach oben dauert von hier ca. 45-60 Minuten.
  • Festes Schuhwerk ist Pflicht (Sandalen oder FlipFlops sind nicht geeignet, da der Weg nicht lange so eben wie am Anfang bleibt)
  • Wenn du erst nach dem Sonnenuntergang wieder runter willst, brauchst du zwingend eine Taschenlampe, denn selbst im Sommer wird es gegen 20 Uhr dunkel und zwar ziemlich schnell.
  • Besser als eine Taschenlampe ist eine Stirnleuchte, denn man hat die Hände immer frei und man braucht meistens beide zum Klettern
  • Bitte nehme deinen Müll wieder mit vom Berg runter, es gibt dort oben keine Müllabfuhr!

Viele Punkte die dir aber keine Angst machen sollen. Wir sind das zweite Mal zum Sonnenuntergang hinauf und es war wieder ein ganz tolles Erlebnis.

Feuer am Tafelberg

Nicht so toll war das, was wir direkt nach dem Start sahen: Kurz hinter der Talstation vom Tafelberg, auf den man von hier einen sehr guten Blick hat, fing es plötzlich an zu qualmen. Zuerst dachten wir dass ein Auto brennt, aber dann sahen wir auch schon die Flammen die sich langsam, aber stetig den Berg hinauf fraßen. In der Stadt hörten wir auch schon die Sirenen der Feuerwehr. Hier ist es derzeit so trocken, das sich das Feuer sehr schnell ausbreitete. Wir sahen jetzt die Feuerwehr und kurze Zeit später hörten und sahen wir dann auch einen Hubschrauber, der sich erst nur ein Bild von der Situation zu machen schien. Dann flog er aber wieder weg und kam kurz darauf mit zwei weiteren Hubschraubern zurück, die alle Löschwasserbehälter transportierten und diese an einem nahegelegenen Bassin immer wieder auffüllten. Die Flammen wüteten mittlerweile richtig heftig und der Qualm stieg bis zur Bergstation hoch.

Feuer am Tafelberg
Feuer am Tafelberg

Welche Route auf den Lions Head ist die Beste?

Unser Weg führte uns nun um den Lions Head herum, so dass wir keine Sicht mehr auf den Tafelberg hatten. Aus dem sandigen Weg wurde ein unebener Pfad, ab und an von wenigen Stufen unterbrochen. Da der Lions Head sich nach oben hin immer mehr verjüngt, muss der Weg zwangsläufig auch immer steiler werden. An einem Punkt muss man sich entscheiden welchen Weg man nun einschlägt. Keine Angst, verlaufen kann man sich nicht, aber es gibt zum Einen die „Recommended route“, also die empfohlene Route und zum Anderen die Route via „the chains“, was auf dem Schild zwar in Anführungszeichen steht, aber wirklich ernst gemeint ist: An einem Teilstück muss man sich über in den Fels geschlagene Bügel an Ketten hinaufziehen. Klingt gefährlich, ist es aber eigentlich nicht. Wir sind „the chains“ letztes Jahr gegangen und folgten heute mal der empfohlenen Route. Man werfe aber bitte noch mal einen Blick auf das Schild: Dort steht empfohlen und nicht leichter! Wir kennen sie nun beide und würden beim nächsten Mal wieder die Kettenvariante nehmen.

Hier ist eine Entscheidung gefragt
Hier ist eine Entscheidung gefragt

Kurz vor dem steilsten und anstrengendsten Stück bis zum Gipfel kamen wir an einem größeren Plateau an, welches toll für eine Pause oder zum Starten der Drohne ist. Wir machten beides. Von hier aus konnten wir auch gut sehen, dass das Feuer am Tafelberg mittlerweile fast gelöscht war, es qualmte nur noch ein wenig. Die Firefighter von Cape Town haben wirklich ganze Arbeit geleistet. So beruhigt, das nichts Schlimmeres passiert ist, begaben wir uns auf die Letzte Etappe, denn erst wenn wir oben auf dem Gipfel sind, soll es was zu essen geben.

Und wieder war es dieses außergewöhnlich schöne Gefühl, als wir ganz oben auf dem Lions Head ankamen, dass wir es wieder geschafft haben. Manchmal ist etwas ja dann, wenn man es ein zweites Mal tut nicht mehr ganz so schön, weil es halt für einen nicht mehr neu ist. Aber ich denke auch dann, wenn wir hier ein drittes, viertes oder gar fünftes Mal hinaufklettern, wird es immer noch genauso großartig sein, wie beim ersten Mal.

Blick auf Signal Hill
Blick auf Signal Hill
Schon auf dem Weg hinnauf ist der Blick immer grandios
Schon auf dem Weg hinnauf ist der Blick immer grandios
Wir haben es mal wieder geschafft
Wir haben es mal wieder geschafft
Das Gipfel Plateau ist noch relativ leer
Das Gipfel Plateau ist noch relativ leer
Posen für das obligatorische Füße-über-dem-Abgrund-Foto
Posen für das obligatorische Füße-über-dem-Abgrund-Foto

Die mitgebrachten Schokomuffins waren zwar schon etwas weich, aber in 669 Metern Höhe mit ordentlich knurrenden Magen macht das nichts. Wir waren diesmal relativ früh oben angekommen, so dass es bis zum Sonnenuntergang noch etwas Zeit war. Das Gipfelplateau war noch relativ leer und so vertrieben wir uns mit unserer Drohne die Zeit, die wir ausgiebig nutzten und dadurch auch mit einigen Leuten ins Gespräch kamen. Es waren noch drei weitere Drohnen auf dem Berg, eine davon ist dann später aber nicht mehr mit dem Besitzer nach unten gegangen, sondern stürzte einfach ab. Ärgerlich.

Je näher der Sonnenuntergang kam, desto voller wurde es und trotzdem herrschte eine sehr angenehme, friedliche Atmosphäre. Der Sonnenuntergang war wieder phantastisch und man muss sich fast zwingen zu gehen, denn einem stehen noch einige steile Passagen im Dunkeln bevor. Wir nahmen für den Abstieg, wie die meisten anderen auch, die Kettenpassage. Wer im Dunkeln herunter geht, sollte sich gerne einer Gruppe anschließen, aber auf keinen Fall alleine gehen. Wenn einem hier oben im Abends etwas passiert, wird man schlimmstenfalls erst am nächsten Morgen gefunden. Also bitte nicht leichtsinnig sein. Wenn man vorsichtig ist, aufpasst wo man hintritt und Licht dabei hat, sind auch die Ketten und Leitern nach unten gar kein Problem.

Sundowner auf dem Lions Head
Sundowner auf dem Lions Head

Am Ende kamen wir verschwitzt und staubig wieder am Parkplatz an, mit der Vorfreude auf eine Dusche und die Flasche Wein danach und waren einfach nur happy.

Hey und unser Guesthouse hat Netflix – perfekt!

Adressen

Gull on the Bay Boutique Guest House
5 Gull Road, Bloubergstrand
7441 Cape Town
Südafrika

Unsere Route

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