Andorra -Pyrenäen

Die Reiseleiterin Steffi und der Journalist Lui reisen seit Anfang 2017 mit ihrem selbst ausgebauten Wohnmobil Karl durch Europa. Sie wollen dabei insgesamt 47 Länder durchreisen und haben dafür extra ihre Jobs aufgeben. Zur Zeit haben sie bereits über die Hälfte der Länder geschafft. Wir freuen uns die beiden Abenteurer in unser Reihe “Bloggerinterview mit” ein paar Fragen stellen zu dürfen, um etwas hinter die Kulissen von comewithus2.com zu blicken.

Holger: Es braucht sicherlich sehr viel Mut, seinen geliebten und sicheren Job aufzugeben um sich auf eine so lange Reise zu begeben. Wie habt ihr diese Entscheidung getroffen und wie schwer fiel sie euch?
Steffi und Lui: In der Tat die Entscheidung braucht sehr viel Mut. Unser Vorteil aber war, dass wir das ganze schon einmal so gemacht haben und zwar als wir 2012 um die Welt gereist sind. Die Wohnung zu räumen, zu kündigen und uns in der Schweiz abzumelden war so also nicht neu. Der Schritt fiel uns zudem nicht schwer, weil das Projekt ein grosser Lebenstraum für uns ist, auf den wir lange hingearbeitet haben.

Holger: Was viele sicherlich interessiert, die auch einen solchen Traum wie ihr verwirklichen wollen ist, wie ihr das mit dem lieben Geld macht. Reicht das Geld welches ihr durchs Bloggen, durch Youtube und eure Social Media Aktivitäten und Kooperationen verdient um die ganze Reise zu finanzieren, oder müsst ihr zwischendurch auch mal andere Jobs annehmen, oder an eure Reserven gehen?
Steffi und Lui: Das liebe Geld. Wir können sehr gut verstehen, dass die Frage nach den Mitteln immer wieder zur Sprache kommt. Bei uns aber ist die Antwort ganz unspektakulär. Wir können die ganze Reise selber finanzieren, haben darauf gespart. Mittlerweile verdienen wir mit dem Bloggen und mit YouTube zwar Geld, dass war aber nie das primäre Ziel. Unser Ziel ist es auch nicht, das Bloggen zum Hauptberuf zu machen und davon leben zu können. Uns geht es um unser Projekt und vor allem um den Spass dabei.

Griechenland - der Leuchtturm in Korinthos
Griechenland – der Leuchtturm in Korinthos

Holger: Wer für was bei euch zuständig ist kann man in eurem Blog nachlesen. Wieviel Zeit verbringt ihr täglich fürs Bloggen, YouTube, Social Media, etc.?
Steffi und Lui: Diese Frage beantworten wir nicht so gerne, da wir selber die optimale Balance noch nicht gefunden haben. Derzeit fällt auf einen Tag reisen ein Tag arbeiten. Die individuelle Betreuung aller Social-Media-Kanäle ist sehr sehr aufwendig, macht uns aber auch immer noch enorm Spass, gerade weil wir auf eine wirklich richtig coole Community zählen können.

Holger: Durch mehrere Reisen mit dem Wohnmobil durch die USA und Australien wissen wir, die Vorteile dieser Art des Reisens sehr zu schätzen. Aber natürlich gibt es auch Nachteile. Was sind eure Top 3 Vorteile und die 3 größten Nachteile beim Reisen mit dem Wohnmobil?
Steffi und Lui: Da müssen wir ein bisschen ausholen. Der grösste Vorteil, den man mit dem Camper hat, ist die enorme Flexibilität. Man kann stehen bleiben, wo man möchte und hat das eigene Bett immer mit dabei. Dazu kommt, dass man nie einen Koffer packen muss, alles ist immer mit dabei. Oh, ein Hallenbad, die Badehose ist gleich zur Hand. Der dritte Vorteil ist sicherlich, dass man mit dem Camper langsamer reist. Man fliegt nicht einfach in eine Stadt und ist dann im Land. So kann man sich einerseits langsam an die neue Kultur gewöhnen und sieht viel mehr als nur 3 Tage lang eine Stadt.

Natürlich gibt es auch Nachteile. Etwa der begrenzte Wasser- oder Stromvorrat, um den man sich immer kümmern muss. Weiter kann bei der Stellplatzsuche auch einmal Stress aufkommen, vor allem dann, wenn man zu spät dran ist. Generell bei einer so langen Reise und fast täglichen Ortswechseln ist schon der Organisationsaufwand für die Routenplanung mitunter sehr zeitaufwändig und gelegentlich wünschen wir uns eine feste Bleibe für längere Zeit.

Holger: Könntet Ihr euch vorstellen mit Karl nach eurer Europa-Tour auf einen anderen Kontinent „überzusetzen“ und diesen zu bereisen oder habt ihr danach andere Pläne?
Steffi und Lui: Das können wir uns sehr gut vorstellen, allerdings eher mit einem 4×4 Fahrzeug und nicht mit Karl.

Slowenien - Die Quelle der Sava, Sloweniens größtem Fluss
Slowenien – Die Quelle der Sava, Sloweniens größtem Fluss

Holger: 32 Länder habt ihr bereits bereist. Was war eurer größter Favorit und warum?
Steffi und Lui: Für uns war der ganze Balkan eine einzige Überraschung. Niemals hätten wir, nach so vielen gehörten Vorurteilen, einen so farbigen und lebhaften Kontinent erwartet. Wir haben uns regelrecht in die Gastfreundschaft und die Kultur der Länder verliebt. Trotzdem haben wir zwei klare Favoriten bis jetzt. Das ist zum einen Rumänien mit seinen fantastischen Städten und zum andern Serbien, ein wahres Wanderparadies mit einer super Infrastruktur. Wieder entdeckt haben wir aber auch Frankreich, das für die Camper einfach der Himmel ist.

Holger: Ihr schreibt das Skandinavien die größte Herausforderung für euch werden wird. Warum?
Steffi und Lui: Die Herausforderung in Skandinavien sind weniger die Temperaturen als viel mehr die Distanzen. Da müssen wir ganz schön Kilometer abspulen. Erschwerend kommt dann noch der hohe Dieselpreis hinzu.

Spanien - Maultiere in Andalusien
Spanien – Maultiere in Andalusien

Holger: Pleiten, Pech und Pannen – Erzählt mal, was waren die größten Probleme und Pannen, die ihr auf eurer Europa-Tour meistern musstet?
Steffi und Lui: Phuuu, da hatten wir schon einige. Angefangen bei einer kaputten Sicherung für den Scheibenwischer kurz nach der Abreise, über einen gelöschten Schlüsselcode in Sarajevo bis hin zu einer abgefallenen Seitentür in den Pyrenäen bei -2 Grad. Keine schöne Sache. Am meisten Zeit aber hat uns ein kaputter Anlasser gekostet, auf welchen wir über Weinachten in Portugal geschlagene 2 Wochen warten mussten…
Von Unfällen oder gar Diebstählen wurden wi bis jetzt aber komplett verschont, obwohl wir doch durch die ach so gefährlichen Balkan- und Osteuropaländer gefahren sind. Dieses Vorurteil versuchen wir mit den diesjährigen Vorträgen über die genannten Regionen zumindest etwas in den Köpfen zu entkräften.

Portugal - Karl braucht einen neuen Anlasser
Portugal – Karl braucht einen neuen Anlasser

Holger: Den Tipp euch zu interviewen haben wir von Igor von 7Kontinente bekommen. Er hat natürlich auch eine Frage an euch: „Mich würde es interessieren, wie Reisen sie verändert und welchen Stellenwert es in ihrem Leben hat. Nicht nur aktuell, sondern im Allgemeinen.“
Steffi und Lui: Reisen hat für uns seit über 10 Jahren einen sehr hohen Stellenwert. Wir möchten wissen was es “da draussen” noch gibt, die Kulturen kennenlernen und unseren Horizont erweiterten. Bei jeder Reise lernt man etwas fürs Leben. Unser derzeitiges Projekt hat uns vor allem den Verzicht gelernt. Wir sind aus einer Wohnung in einen kleinen Camper gezogen, das sagt alles, oder?

Holger: Last but not least, welchen Reise-, oder Lifestyle-Blogger dürfen wir für euch zum Interview einladen und welche Frage sollen wir ihm/ihr stellen?
Steffi und Lui: Wir schlagen Debbi und Dominik von Hallo Abenteuer vor, sie sind mit ihrem Camper gerade in Marokko unterwegs. Wissen würden wir gerne, woher sie die Energie nehmen, bei jedem Rückschlag mit ihrem Fahrzeug so positiv zu bleiben.

Holger: Vielen Dank ihr Beiden für dieses spannende Interview und weiterhin gute Fahrt und tolle Abenteuer auf eurem Europa Trip.

Alle Fotos dieses Beitrages mit freundlicher Genehmigung und ©comewithus2.com

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