Nachdem uns die Rezeptionistin Hilfe für unser klapperndes Auto angekündigt hatte, brachten wir unsere Reisetaschen in die Unterkunft und warteten draußen auf den Ranger. Zeit, auch Gunnar von unserem Mitbewohner für diese Nacht zu erzählen, den mir die Dame vorhin an der Rezeption angekündigt hatte: eine Fledermaus.
Da auch dieses Chalet reetgedeckt war, lag die Vermutung nahe, dass sich die kleinen nachtaktiven Tierchen im Dach einnisten, um tagsüber dort Schutz zu suchen. Nachts würden sie dann wahrscheinlich im Wald auf Insektenjagd gehen.
Ankunft des Rangers
Wir mussten gar nicht lange warten, bis der freundliche Ranger mit seinem Pickup bei uns ankam. Gunnar zeigte ihm die lockere Befestigung am Querlenker und fragte nach einem 17er- oder 19er-Maulschlüssel. Der war auch schnell gefunden, Gunnar legte selbst Hand an und zog die Mutter fest. Problem gelöst! So mussten wir wenigstens nicht mehr auf einen Ersatzwagen warten oder in eine Werkstatt fahren, sondern konnten am nächsten Morgen noch ein bisschen durch den Park fahren und Tiere gucken.
Wir entschieden uns, den Abend auf unserer Terrasse bei Chips und Wein ausklingen zu lassen, anstatt noch einmal den Park zum Essen zu verlassen.
Ankunft von Batman
Schon bei unserer Ankunft im Chalet hatten wir auf dem Boden unseres ansonsten sauberen Hauses eine kleine Hinterlassenschaft entdeckt. Zuerst hielt ich sie aus der Entfernung für tote Fliegen. Bei genauerer Betrachtung war es aber eindeutig: Mini-Poo von irgendeinem Tier!
Um sicherzugehen, dass die Hinterlassenschaft tatsächlich von einer Fledermaus stammte und nicht von einem anderen kleinen Mitbewohner, machte ich Fotos und schickte sie an Google.
Professor Google identifizierte die Hinterlassenschaft ziemlich eindeutig als Fledermauskot. Die kleinen feuchten Flecken drumherum erklärte ich mir kurzerhand mit Fledermauspipi. Okay, ich war jetzt tatsächlich eher froh als beunruhigt, dass das Malheur wohl von einer Fledermaus stammte und nicht von einem anderen Nager.
So genossen wir auf unserer kleinen Terrasse den Sonnenuntergang, während unsere Nachbarn grillten. Aber wir hatten ja unsere Chips. 😉

Es wurde langsam dunkel, und die Konturen des Waldes vor unserem Haus und des Hügels im Hintergrund verschwammen zu einem dichten Schwarz. Nur der Mond und unsere Stirnlampen erhellten die Umgebung noch ein wenig und ließen hier und da Konturen erkennen.
Wie nach einem Drehbuch erschien dann auch Batman auf der Bühne. Sein Landeanflug war tief und endete dicht über unseren Köpfen im Reetdach. Mehrmals startete und landete er noch, dann war draußen Ruhe.
Gute Nacht?
Auch für uns war es jetzt Zeit, ins Bett zu gehen. Batman wähnten wir bereits schlummernd im Trockengedöns über uns. Nachdem wir uns bettfertig gemacht hatten, bemerkten wir allerdings, dass unser aus der Nähe betrachtet gar nicht mehr so kleiner Kunstflieger auch im Zimmer unterwegs war.
Zu erkennen war er kaum. Wir sahen eigentlich nur einen Schatten, denn im Licht der grellen LED-Leuchten unter dem hohen Dach wurden wir mehr geblendet, als dass wir wirklich etwas erkennen konnten.
Aber es war eindeutig: Batman drehte jetzt bei uns im Haus seine Runden. Um Mücken brauchten wir uns heute Nacht also keine Sorgen mehr zu machen. Allerdings machten wir uns Sorgen um unser Gepäck, das noch offen auf dem Boden stand. Schließlich hatten wir ja gerade festgestellt, dass Fledermäuse während des Fluges auch mal ihr Geschäft erledigen.
Also stellten wir unsere Taschen auf den Esstisch und legten eine Decke, die wir im Kleiderschrank fanden, darüber. Und wir? Wir legten uns nach dem Zähneputzen einfach angezogen, wie wir waren, ins Bett und zogen uns die Bettdecken über den Kopf.
Nachdem das Licht aus war, hörten beziehungsweise spürten wir, wie unser Mitbewohner ziemlich dicht über uns seine Runden drehte. Ja, wir spürten es tatsächlich durch einen leichten Luftzug. Hören konnten wir eigentlich nur die Landungen im Dach und gelegentliche kleine Knacklaute, die der Fledermaus wahrscheinlich zur Orientierung diente.
Batman wollte offenbar gar nicht mehr raus auf die Jagd. Stattdessen bekam er Gesellschaft! Es kamen ein oder zwei seiner Freunde dazu und sie drehten nun gemeinsam mit ihm ihre Runden durch unser Zimmer.
Wenn man nachts wach liegt, geht irgendwann auch das Kopfkarussell los: Landen die Fledermäuse irgendwann auch mal auf uns? Können sie – oder ihre Hinterlassenschaften – irgendwelche Krankheiten übertragen? – usw. Auf jeden Fall keine schönen Gedanken, wenn man eigentlich schlafen möchte.
Guten Morgen!
Wir waren beide froh, als es draußen langsam heller wurde und die nächtlichen Aktivitäten in unserer Hütte endlich aufhörten. Vorsichtig standen wir auf und sahen, dass unsere Besucher ordentlich etwas auf dem Boden und sogar auf unserer Bettdecke hinterlassen hatten. Das bestärkte uns in der Vermutung, dass es mehr als nur eine gewesen sein mussten.
Wir duschten schnell, frühstückten auf der Terrasse noch den am Vorabend gekauften Joghurt und ein paar Früchte und suchten dann ziemlich zügig das Weite.
Tag 3 im Addo Elephant National Park
Wir waren froh, geduscht und sauber wieder im Auto zu sitzen. Und da es noch so früh war, hatten wir den Park gefühlt ganz für uns allein. Auch die Tiere wurden langsam munter, und so hatten wir tatsächlich – dank Batman und seinen Freunden – noch einen sehr entspannten Vormittag im Addo. Anschließend verließen wir den Park über das südliche Matyholweni Gate.
Bitte lest unbedingt unsere Hinweise zur sicheren An- und Abfahrt zum Addo in unserem vorherigen Beitrag.



Unser Fazit zum Addo Elephant National Park
Der Park ist nicht schlecht und größer, als wir erwartet hatten. Die Elefanten dominieren hier allerdings ganz klar das Geschehen. Ja, es gibt die Big 5 und sogar die Big 7, aber die Chance, alle diese Tiere zu Gesicht zu bekommen, ist ziemlich gering. Vor allem Löwen und Leoparden bekommt man nicht so einfach zu sehen, und auch Nashörner sind längst keine Garantie für eine Sichtung.
Was uns außerdem aufgefallen ist: Giraffen gibt es hier nicht. Das liegt unter anderem daran, dass SANParks bei der Wiederansiedlung von Tieren darauf achtet, welche Arten natürlicherweise in der jeweiligen Region vorkamen. Giraffen gehören nicht zur ursprünglichen Tierwelt des Addo-Gebiets und werden deshalb dort nicht einfach angesiedelt.
Wer viele unterschiedliche Tiere – einschließlich Giraffen – in ihrer natürlichen Umgebung sehen möchte, dem können wir den Krüger-Nationalpark empfehlen. Dort waren wir 2018 und haben die Tierwelt als wirklich beeindruckend erlebt. Wenn du magst, kannst du unseren damaligen Bericht hier lesen: Überwältigende Tierwelt im Krüger-Nationalpark.
Unser Roadtrip geht weiter
Für uns geht es nun weiter über Jeffreys Bay nach Cape St. Francis und Tsitsikamma.
Darüber lest ihr dann im nächsten Teil.

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