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3 Tage im Etosha National Park in Namibia

Im Etosha National Park
Lesezeit: ca. 5 Minuten

Last Updated on 11. Juli 2021 by Holger

Ich kenne kaum einen Menschen, der keine Tiere mag und von Wildtieren geht dabei bei Vielen immer eine ganz besondere Faszination aus. Denkt man an Tiere wie Giraffen, Löwen oder Elefanten, kommen einem sofort Bilder von einer trockenen Savanne in den Sinn und einer großen, glühenden Sonne am Horizont, vor der die Tiere durch die Landschaft stolzieren. Fast am Ende unserer Reise durch Namibia, sollte deshalb auch der Besuch des Etosha National Parks das Highlight werden.

Mit fast 23.000 Quadratkilometern ist der Etosha National Park rund 3.500 Quadratkilometer größer als der Krüger Nationalpark in Südafrika, allerdings beherbergt er auch die 4.760 Quadratkilometer große Etosha Pfanne, die periodisch mit Wasser gefüllt ist und nicht befahren werden kann/darf. Da es von unserer letzten Unterkunft im Damaraland nur etwa 1,5 Stunden bis zu unserer nächsten Lodge war und diese auch nur 20 Minuten vor dem National Park lag, entschieden wir uns, erstmal direkt in den Park weiterzufahren, da unser Zimmer so früh sicherlich auch noch gar nicht fertig gewesen wäre.

Im Etosha National Park

Aus dem Damaraland kommend, muss man nur einmal in Outjo von der C39 auf die C38 abbiegen und dann immer geradeaus fahren. Die Straßen sind hier auch asphaltiert, was die Fahrt sehr angenehm macht. Was sofort auffällt ist, dass es hier grüner ist als in den Gegenden, die wir bisher in Namibia gesehen hatten. Und es sah nach Regen aus.

Am Gate des Parks mussten wir uns registrieren und auch angeben, dass wir nicht im Park übernachten werden. Die Ranger sahen alle ein wenig grimmig aus und anders als im südafrikanischen Krüger Nationalpark gab es hier keine freundliche Begrüßung. Wir bekamen die Erlaubnis einzufahren. Der Eintritt für die drei Tage muss im nahegelegenen Okaukuejo Camp entrichtet werden. Ob wir das auch wirklich getan haben, wird bei der abendlichen Ausfahrt kontrolliert.

Im Camp angekommen verdunkelt es sich und der Himmel öffnet seine Pforten. Einen solchen Regenguss haben wir lange nicht erlebt. Sofort bilden sich überall riesige und tiefe Pfützen und wir haben Mühe einen Parkplatz zu finden, der es uns erlaubt trockenen Fußes aus dem Auto zu kommen. Es gelingt uns nicht wirklich. Aber egal, das trocknet schon wieder. Da nicht viele Gäste da sind, geht das mit dem Bezahlen flott, aber es regnet noch immer. Wir springen also ins Auto und starten langsam unserer Safari durch den Park.

Die Straßen im Park sind unbefestigt, entsprechend bilden sich viele kleinere aber auch größere Wasserlöcher. Wir haben mächtig Spaß es spritzen zu lassen und den Wagen von Außen so richtig einzusauen. Jetzt lässt auch der Regen nach und wir können nach Großwild Ausschau halten. Dies zeigt sich auch spärlich in Form von Oryx und anderen Antilopen sowie jeder Menge Zebras, später auch Giraffen und Gnus.

Zebras im Etosha National Park
Zebras haben eindeutig Vorfahrt
Nach einem regnerischen Tag im Etosha National Park
Nach einem regnerischen Tag im Etosha National Park

Wir hatten heute nur eine kleine Runde im Park geplant und führen am frühen Nachmittag zurück zum Einchecken in die sehr schöne Toshari Lodge. Hier hatten wir 2 Übernachtungen, eine weitere in der Emanya@Etosha Lodge im Osten aber auch außerhalb des Etosha National Parks.

In den nächsten Tagen regnete es nur Nachts etwas, so dass im Park die Straßen zwar nass waren, wir aber gut nach Tieren Ausschau halten konnten. Allerdings merkten wir schnell, dass die Regenzeit jetzt im Januar, keine gute Zeit für Tiersichtungen an den vorgesehene Routen durch den Park sind, denn die Tiere finden jetzt überall im Park Wasser und nicht nur an den für die Touristen gut einzusehenden, dafür angelegten Wasserlöcher.

Dennoch gab es auch spannende Erlebnisse. Wir sahen zwar nicht die kompletten Big Five, Löwen waren aber mehrfach im tiefen Gras auszumachen. Einmal sogar als sie auf eine Herde Zebras lauerten, die für uns gut erkennbar genau auf die Löwen Familie zumarschierten. Wahrscheinlich alle Besucher des heutigen Tages hielten an und beobachteten die Szene, die aber letztendlich nicht blutig wurde. Wahrscheinlich waren die Löwen nicht sooo doll hungrig als dass sie sich dafür aufraffen würden, die Herde anzugreifen. Spannend war es aber dennoch.

Red hartebeest oder Kuhantilope
Diese Tiere haben wir tatsächlich das erste mal gesehen: Red Hartebeest oder Kuhantilope
Die Löwenfamilie lauert auf eine Gruppe herannahende Zebras
Die Löwenfamilie lauert auf…
Die Löwenfamilie lauert auf eine Gruppe herannahende Zebras
…eine Gruppe herannahende Zebras
Elefanten im Etosha National Park
Sogar Elefanten gab es vor die Linse

Vergleich Etosha National Park und Krüger Nationalpark

Ich kann und will hier nicht einen Park gegenüber den anderen abwerten, da wir zu unterschiedlichen Wetterperioden da waren. Durch die Regenzeit sahen wir weniger Tiere als im Krüger und durch das durchgängig bedeckte Wetter war die Atmosphäre auch nicht so „safarimäßig“. Der Etosha Nationalpark wirkt sehr flach. Man kann sehr weit schauen und sieht dann halt sehr schnell, dass die Tiere grad nicht da sind, oder halt sehr weit weg. Wären wir in der Trockenzeit dort gewesen, hätte ich wahrscheinlich jetzt eine andere Meinung. Aber vielleicht warst du ja auch schon im Etosha Nationalpark und hattest besseres Wetter und mehr Tiersichtungen. Schreib es uns gern in die Kommentare.

Der letzte Abend in Etosha

Die letzte Übernachtung am Etosha Nationalpark hatten wir in der Emanya@Etosha Game Lodge, einer von ihren Ausmaßen sehr beeindruckenden Lodge, mit sehr großzügigen Unterkünften. Man merkte aber schon, dass es Nebensaison war, denn neben uns beiden waren nur noch 4 andere Gäste da. Wie die Tage zuvor hatten wir auch hier wieder mit dem Nachtfaltern zu kämpfen, die sich zu uns und auf unserem Essen gesellten, wenn wir nicht aufpassten. Da es Gunnar an dem Abend aber nicht so gut ging, brachen wir das Dinner nach der Vorspeise ab und verzogen uns aufs Zimmer.

Ciao Etosha National Park
Ciao Etosha National Park

Adressen

Toshari Lodge
19°33’23.0″S 15°52’37.7″E
Portion 1, Farm Afguns , Outjo, C38, Outjo, Namibia
https://toshari.com

Emanya@Etosha Game Lodge
18°48’53.7″S 17°12’47.6″E
https://www.emanya.com

2 Kommentare zu “3 Tage im Etosha National Park in Namibia

  1. Wieder ein sehr interessanter Bericht, Holger! Deinen Anmerkungen zu diesem Park im Vergleich zum Krüger Nationalpark kann man eventuell eine winzige Spur von Enttäuschung entnehmen, aber ich finde, dass auch solche Erfahrungen unbedingt dazu gehören müssen! Man lernt dadurch einfach, dass etwas, was einem ’mal super gut gefallen hat, sich an anderer Stelle und zu einem späteren Zeitpunkt nicht zwangsläufig nur deshalb wiederholen muss, nur weil man es so erwartet hatte! Das persönliche Erlebnis hängt ja von so unendlich vielen Faktoren ab, dass man wohl immer wieder überrascht werden wird. Aber, wie gesagt, das alles bereichert die eigenen Erfahrungen; ich bin mir ganz sicher, dass euch die Etosha-Pfanne trotzdem in sehr guter Erinnerung bleiben wird…

    • Danke für deinen Kommentar Wolfgang. Du hast Recht, etwas enttäuscht waren wir anfangs, was aber daran lag, dass wir den Etosha Park mit dem Krüger Nationalpark verglichen haben. Wir haben aber vor Ort schon sehr schnell eingesehen, dass wir das nicht machen dürfen. Es ist ein anderer Park, ein anderes Land und eine andere Jahreszeit gewesen und es war nicht so gutes Wetter. Von daher ist mein Fazit auch eher neutral ausgefallen. Dennoch war es ein schönes Erlebnis, wie der ganze Urlaub.

      Sowas macht halt einen solchen Urlaub aus und das lieben wir ja auch daran, wenn wir in fremde Länder oder Gegenden fahren die wir noch nicht kennen. Deshalb könnten wir uns auch keinen Strandurlaub vorstellen, bei dem man genau weiß, was einem an jedem der einzelnen Tage erwartet: Strand und dazwischen das All-Inklusive-Buffett.

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