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Trollstigen und Atlantikstraße – Norwegens spektakulärste Straßen

Nur eine der Brücken der Atlantikstraße
Lesezeit: ca. 4 Minuten

Nordkap-Roadtrip – Tag 6

Manchmal braucht man keinen Wecker, wenn die Sonne einfach früher dran ist. So war es auch an diesem Morgen in Norddal. Ein strahlend blauer Himmel kündigte an: Das wird wieder ein großartiger Tag! Nach einem sehr leckeren Frühstück in unserem Guesthouse, dem Petrines Gjestgiveri, packten wir unsere Sachen in Shadow und machten uns auf den Weg nach Kristiansund.

Norwegen wäre nicht Norwegen ohne Tunnel und Fähren – zwei Stück davon standen auch heute wieder auf dem Programm. Darunter der Atlanterhavstunnelen, ein Unterwasser-Tunnel, der mit bis zu 250 Metern Tiefe zu den tiefsten Straßentunneln Norwegens zählt. Er verbindet die Insel Averøy mit Kristiansund und fühlt sich fast an, als würde man einmal kurz unter dem Atlantik hindurchtauchen.

Erste Station: Gudbrandsjuvet

Unser erster Halt war der Wasserfall Gudbrandsjuvet, der sich wild und kraftvoll durch eine enge Schlucht stürzt. Über einen schön angelegten Steg kommt man ganz nah an das tosende Wasser heran – die Gischt im Gesicht inklusive. Für alle, die etwas mehr Zeit haben: Direkt am Wasserfall gibt es ein modernes Café mit Glasfront, von dem man einen spektakulären Blick auf die Schlucht hat. Kaffee mit Naturkino, besser geht’s kaum.

Ab ins eiskalte Wasser – naja, fast

Danach ging es weiter durch die norwegische Bilderbuchlandschaft. Saftig grüne Wiesen, rauschende Flüsse und schneebedeckte Gipfel in der Ferne – es war einer dieser Tage, an denen man am liebsten alle paar Kilometer anhalten würde. Gunnar konnte der Versuchung nicht widerstehen und testete kurzerhand die Temperatur eines eiskalten Bergbachs. Kleiner Spoiler: Warm war’s nicht. 😅

Trollstigen – Norwegens Serpentinen-Ikone

Das nächste Highlight ließ nicht lange auf sich warten: der Trollstigen. Diese berühmte Passstraße ist ein Meisterwerk aus Asphalt und Mut. Elf enge Haarnadelkurven schlängeln sich die steile Felswand hinauf, während direkt daneben ein gewaltiger Wasserfall in die Tiefe donnert.

Am Besucherzentrum sollte man unbedingt einen Stopp einlegen. Von dort führt ein extra angelegter Weg zu mehreren Aussichtsplattformen, die spektakuläre Blicke ins Tal und auf die gesamte Serpentinenstraße freigeben. Es ist ein bisschen so, als würde man eine Modelleisenbahnlandschaft betrachten – nur, dass hier alles echt und riesig ist.

💡 Fun Fact: Der Trollstigen wurde 1936 eröffnet und ist nur in den Sommermonaten befahrbar. Im Winter ist er wegen Schneemassen gesperrt – kaum vorstellbar, wenn man im Sommer bei Sonnenschein dort steht.

Kaffestopp in Molde

Worauf wir uns auch gefreut hatten war der Abstecher nach Molde, wo wir schon im letzten Jahr mit der AIDAperla Halt gemacht hatten. Diesmal haben wir uns bei strahlendem Sonnenschein einen Kaffee to go gegönnt und ihn entspannt im Hafen genossen. Zufällig lag gerade das luxuriöse Kreuzfahrtschiff Silver Spirit im Hafen – ein schöner Kontrast zwischen unserem Roadtrip und den großen Ozeanriesen.

Filmreif: Die Atlantikstraße

Nach der kleinen Stärkung ging es weiter Richtung Meer – zur berühmten Atlantikstraße. Sie erstreckt sich über rund 8 Kilometer von Vevang bis Averøy und gilt als eine der schönsten Küstenstraßen der Welt. Kein Wunder, dass sie schon in zahlreichen Autowerbungen zu sehen war.

Besonders spektakulär: die geschwungenen Brücken, die sich in eleganten Bögen über das offene Meer spannen. Bei ruhigem Wetter fährt man fast schwerelos über die Wellen, bei Sturm aber peitscht die Gischt meterhoch über die Fahrbahn.

🎬 Auch Hollywood war hier: In „James Bond – Keine Zeit zu sterben“ (2021) wurde eine dramatische Verfolgungsjagd auf genau dieser Straße gedreht. Während wir über die Brücken rollten, war es schwer zu entscheiden, ob wir mehr auf den Asphalt oder auf die fantastische Aussicht achten sollten.

Kristiansund – eher Durchgangsstation

Unser Tagesziel war Kristiansund, eine Stadt, die sich auf mehrere Inseln verteilt. So richtig hat der Funke bei uns dort nicht übergesprungen – vielleicht auch, weil die Highlights des Tages einfach unschlagbar waren. Nach Trollstigen und Atlantikstraße wirkt vieles ein wenig blass. Trotzdem war es schön, den Tag hier entspannt ausklingen zu lassen, bevor wir morgen nach Trondheim weiterfahren.

Fahrstrecke Tag 6:
209 km | ca. 5 Std.

Ladepause: 
7. Supercharger Åndalsnes – 47,23 KW


Im nächsten Teil: Die Reise führt uns weiter ins historische Trondheim – mit seinen bunten Speicherhäusern, der berühmten Nidaros-Kathedrale und viel nordischem Flair.

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