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Chapman’s Peak Drive und wie wir plötzlich nichts mehr sehen konnten

Drohnen Aufnahme vom Chapman's Peak Drive
Lesezeit: ca. 5 Minuten

7:20 Uhr, nein 7:25 Uhr in Hout Bay. Unser letzter ganzer Urlaubstag in Südafrika. Morgen geht es zurück nach Deutschland. Während ich noch ein wenig im Bett döste, waren Gunnar und Fabi bereits im Pool und zogen schon ein paar Bahnen, bevor die anderen Bewohner unseres Guesthouses sich zum Frühstück aufmachten. Neben den schönen Zimmern und der herzlichen Gastfreundschaft, ist auch das Frühstück eines der Highlights im Dream House und dass genossen wir dann auch ausgiebig, bevor wir in den Tag starteten. Es stand der Chapman’s Peak Drive, inkl. Wanderung zum Peak und später Noordhoek auf unserer heutigen ToDo Liste.

Chapman’s Peak Drive

Der Chapman’s Peak Drive ist zurecht eine der schönsten Küstenstraßen der Welt. Er startet in Hout Bay und endet in Noordhoek. Auf einer Strecke von neun Kilometern schlängelt er sich atemberaubend in 114 Kurven an den steil zum Meer abfallenden Felswänden entlang. Nach 7 jähriger Bauzeit wurde die Straße 1922 eröffnet und ist seither eine Attraktion für zahlreiche Touristen, die sie täglich befahren. Trotzdem wird sie manchmal gesperrt. Etwa bei Starkregen, weil sich dadurch Schlamm und Felsen lösen können, oder wenn sich ein Autokonzern ankündigt, hier Filmaufnahmen und Fotos von ihren neuen Fahrzeugen zu machen. Der Chapman’s Peak Drive ist gebührenpflichtig. Die einfache Fahrt kostet derzeit 43 Rand (2,70 Euro) für einen PKW.

Die Wolke zieht in die Bucht von Hout Bay
Die Wolke zieht in die Bucht von Hout Bay
Drohnen Aufnahme vom Chapman's Peak Drive
Eine sehr geniale Drohnen Aufnahme vom Chapman’s Peak Drive mit der hereinziehenden Wolke.
Wolke in der Bucht von Hout Bay
Hier an einem Berg in der Bucht, blieb die Wolke noch eine ganze Weile hängen.

Nicht nur das Befahren macht Spaß, der Drive bietet natürlich auch eine phantastische Aussicht auf die Bucht und so gibt es zahlreiche Haltebuchten und Aussichtspunkte um ein paar Aufnahmen zu machen. Als wir an einem dieser Aussichtspunkte waren, zog ganz plötzlich aus Noordhoek eine riesige Wolke, unter uns, knapp über dem Meer in die Bucht. Ein Schauspiel das ich so noch nicht gesehen hab. Wir packten sofort unsere Drohne aus und filmten und fotografierten das Ereignis aus der Luft. Die Wolke war so groß, dass wir bald nichts mehr sehen konnten.

Wir fuhren also weiter nach Noordhoek, an den riesigen weißen und nahezu menschenleeren Strand. Auch hier war die Wolke noch und wir konnten fasst die Hand vor unseren Augen nicht sehen. Eigentlich schade, denn es ist ein echt schöner Strand, aber wiederum auch spannend dieses Wetterphänomen mitzuerleben.

Wir entschlossen uns im nahegelegenen Farm Village eine kleine Snackpause einzulegen und dann wieder zurückzufahren. Als wäre nichts gewesen, hatten wir nach dieser kurzen Pause wieder den allerbesten Blick auf die Bucht. Die Wolke hing, stark verkleinert, jetzt nur noch an einem Berg ab. Kurios.

BOS 400

Unseren ursprünglichen Plan, auf den 160 Meter hoch gelegenen Chapman’s Peak zu klettern, warfen wir über den Haufen und hatten die Idee nun doch zum BOS 400, einem 1994 in der Nähe des Sandy Bay gestrandeten und gesunkenen, riesigen Schwimmkrans zu wandern. Dieser Kran wurde 1994 aus dem Kongo nach Südafrika geschleppt, als in einem Sturm die Schleppleinen rissen und er in der Bucht auf Grund lief. Die Bergung scheiterte (auch an den Kosten), so dass man ihn einfach dort lies. Heute ist das Wrack bei Tauchern sehr beliebt, aber man kann es auch zu Fuß erreichen. Im Vorwege hatten wir schon gelesen, das dieser Weg nicht einfach ist und man ihn sich kurz vor dem Ziel auch eher suchen muss. Wir sind ihn allerdings selbst nicht bis zum BOS 400 gegangen, ich machte dort Schluss wo für uns nicht mehr ganz klar war, wohin wir jetzt gehen mussten und der Weg im Gestrüpp endete. Gunnar und Fabi sind noch etwas weitergegangen, nach einiger Zeit kamen sie aber auch zurück. Sie wollten mich nicht so lange warten lassen und man hätte auch sehr viel mehr Zeit einplanen müssen. Deshalb gibt es auch nur ein Bild aus der Ferne. Vielleicht probieren wir es beim nächsten Besuch in Kapstadt noch einmal, dann gibt es hier auch eine detailliertere Beschreibung des Weges.

Das Wrack des BOS 400
Das Wrack des BOS 400

Abschied von Kapstadt

An unserem letzten Tag waren wir alle ein wenig wehmütig, dass dieser schöne Urlaub nun schon wieder vorbei sein soll. Drei Wochen gehen so schnell um, aber das kennt man ja. Ivanka, die Besitzerin unseres Guesthouses, bot uns beim Frühstück an, dass wir zwar das Zimmer bis 12 geräumt haben sollten, wir uns aber noch den ganzen Tag am Pool und in dem schönen Garten aufhalten können und vor unserer Abreise am Nachmittag sogar noch mal Duschen können. Dieses Angebot nutzen wir dann auch, denn der Tag war ziemlich heiß und wir wollten nicht so verschwitzt in den Flieger steigen.

Dream House Guesthouse Cape Town - Travellersdelight
Chilliger Abschied im Dream House Guesthouse am Pool mit Blick auf Hout Bay.

Gegen 15:00 Uhr brachen wir dann zum Flughafen von Kapstadt auf. Die Fahrt ging durchs schöne Constantia und wir waren alle sehr ruhig. Wir wussten aber auch, dass es kein Abschied für immer ist. Wir kommen wieder, garantiert, denn es gibt noch so viel zu entdecken und zu erleben.

4 Kommentare zu “Chapman’s Peak Drive und wie wir plötzlich nichts mehr sehen konnten

  1. Der erste Satz sagt alles und weckt Erinnerungen. Auch wenn es kalt im Pool gewesen ist, lieber jetzt dort, als hier!

  2. Ein sehr schöner letzter Tag, finde ich! Auch für mich als Leser schade, dass der Reisebericht nun zu Ende geht! Aber du weißt ja, NACH der Reise ist VOR der Reise… 😉

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