Jetzt fragst du dich vielleicht, was ein Rezept in einem Reiseblog macht. Die Erklärung folgt später. Das wir bekennenden Südafrika-Fans sind, hast du vielleicht schon gemerkt, wenn du dich hier im Blog ein wenig umgeschaut hast.
Es gibt Orte, Reiseziele, die bleiben nicht nur als Bilder im Kopf, sondern als ein Gefühl. Für uns ist Südafrika genau so ein Ort. Sonst wären wir im Januar und Februar dieses Jahres nicht schon zum sechsten Mal in zehn Jahren dorthin gereist. Dieser Roadtrip hat uns wieder gezeigt, warum wir dieses Land so lieben: die Weite, das Licht, diese besondere Ruhe am Morgen – und die kleinen Rituale, die sich fast unbemerkt einschleichen.
Eines davon: Frühstück. Ok, kein Ritual an sich, sondern eher eine Notwendigkeit, aber eine Schöne, wenn denn alles stimmt, besonders im Urlaub. Wir buchen Guesthouses oder Hotels nur mit Frühstück, und dass sollte dann möglichst reichhaltig, sättigend und gesund sein, denn bis zum Kaffee am Nachmittag gibts meistens nichts Großes mehr zum essen. Mittagessen lassen wir i.d.R. aus.
Ein typischer Morgen in Südafrika
Die Sonne tastet sich über die Landschaft, irgendwo zwitschern Vögel, der Duft von Kaffee, geröstetem Toast und Bacon findet seinen Weg in unser Zimmer. Wir machen uns fertig und freuen uns auf unser Frühstück. Da wir oft nur eine Nacht in einer Unterkunft sind, ist es immer eine Überraschung und entscheidet – da sind wir ganz ehrlich – so ein bisschen über unsere morgendliche Stimmung.

In Südafrika wurden wir nur selten enttäuscht, was das Frühstück angeht. Die Auswahl ist meistens sehr gut. Oft gibt es ein kleines Buffet an dem du dich bedienen kannst und diverse Eierspeisen nach Wunsch werden dann am Tisch serviert. Mit dazu gehört aber auch bei uns immer Joghurt mit frischen Früchten und knuspriges Granola.
Es ist nichts Aufwendiges. Und genau das macht es so besonders. Das Granola dort war nie übertrieben süß – und fast immer selbstgemacht.
Zurück in Deutschland – der Blick ins Müsliregal
Wieder zu Hause, zwischen all den bunten Verpackungen im Supermarkt, war der Kontrast plötzlich deutlich. „Knusper-Granola“, „Protein-Boost“, „Weniger Zucker“ – und dann der Blick auf die Rückseite:
Zucker, Sirup, Palmöl, Aromen. Ganz vorne die billigen Zutaten, die guten erst danach. Echtes, ehrliches Granola gab es nicht. Und Leute, Müsli und Granola, sind ein Riesen Unterschied.
Das haben wir direkt gemerkt – beim ersten Frühstück nach drei Wochen Urlaub.
Ein Löffel vom gewohnten Müsli, ein kurzer Blick – und wir beide gleichzeitig:
„Boah, ist das süß.“
Das hatte nichts mit dem zu tun, was wir in Südafrika jeden Morgen gegessen haben.
Dann machen wir es halt selbst!
Also haben wir angefangen zu experimentieren. Wir wollten weniger Zucker, aber keinen Industriezucker, mehr Nüsse. Gute Zutaten, die satt machen.
So ist unser eigenes Granola entstanden – und mit ihm ein kleines Stück Südafrika für den Alltag. Du kannst es gern variieren, aber ungefähr die Mengen der trockenen Zutaten beibehalten oder die flüssigen entsprechend anpassen. Unser Rezept ergibt etwa 730g superknuspriges Granola.
Das Rezept
Trockene Zutaten
- 300 g Kernige Haferflocken
- 80 g Mandeln (grob gehackt)
- 80 g Pekannüsse oder Walnüsse (grob gehackt)
- 80 g Haselnüsse oder Cashew Kerne oder Macadamia (grob gehackt)
- 2 EL Sonnenblumenkerne
- 2 EL Kürbiskerne
- 2 EL Leinsamen (geschrotet)
- 1 Prise Salz
Flüssigen Zutaten
- 80 g Honig (flüssig)
- 45 g neutrales Öl (z.B. Rapsöl)
- 1 TL Vanilleextrakt (zuckerfrei)
- 1/2 TL Zimt
Zubereitung
- Backofen auf 170°C (Umluft 160°C) vorheizen.
- Alle trockenen Zutaten gut vermengen.
- Flüssige Zutaten separat verrühren, dann über die Mischung geben.
- Gründlich mischen, bis alles leicht glänzt. Keine Angst, dass es zu wenig Flüssigkeit ist, die Menge ist genau richtig, es soll keine klebrige Masse werden.
- Auf ein mit Backpapier belegtes Blech geben und leicht andrücken . Das Backblech soll etwa 1 cm hoch belegt sein.
- 20-22 Minuten backen, nach ca. 10 Minuten einmal vorsichtig wenden. Wichtig: es soll braun werden, aber nicht verbrennen!
- Komplett auskühlen lassen – erst dann wird es richtig knusprig! Ab und an durchmischen, damit keine Brocken entstehen.
Optional nach dem Abkühlen
Getrocknete Cranberries oder Kokos-Chips hinzufügen.
Wir essen es immer mit Joghurt und Früchten.

Warum dieses Granola anders ist
Dieses Rezept folgt nicht dem Superfood- oder Protein-Hype, sondern versorgt dich mit guten Inhaltsstoffen ohne dich zu überzuckern.
- Haferflocken bilden die Basis, sind reich an Ballaststoffen, sättigend und gut für den Blutzucker.
- Nüsse bringen Tiefe, gesunde Fette und echten Geschmack. Hier sind sie nicht Beiwerk, wie beim Müsli, sondern Hauptzutat.
- Kürbis- und Sonnenblumenkerne liefern Mineralstoffe wie Zink und Eisen.
- Leinsamen oder Chiasamen ergänzen Omega-3-Fettsäuren.
Und statt Industriesirup verwenden wir Honig – so viel wie nötig, nicht mehr.
Wir versprechen dir, du wirst es lieben.
Schreib uns gern in die Kommentare, wie es dir schmeckt oder welche Variante du ausprobiert hast

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