Nordkap-Roadtrip Tag 13.
Von Tromsø nach Alta.
Heute ging es weiter nordwärts aber eher nach Osten. Das Ziel: Alta. Klingt kurz, ist es aber nicht. Auch diese Etappe hatte es wieder in sich – fast 400 Kilometer, zwei Ladepausen, ein paar Fotostopps und dieses schöne Gefühl, dass man eigentlich den ganzen Tag unterwegs ist, ohne dass es sich wirklich zieht, weil es an jeder Ecke was zu sehen gibt.
Abschied von Tromsø
Nach unserem Abend in Tromsø hieß es heute Morgen: Taschen packen, frühstücken, Route checken – losfahren. Wir wussten schon vorher, dass uns wieder ein langer Ritt erwartet. Tromsø liegt zwar schon weit oben, aber bis Alta sind es trotzdem mehrere hundert Kilometer durch Fjorde, über Brücken und durch Landschaften, die immer karger, weiter und nordischer werden.
Kurz nach der Abfahrt passierte dann direkt etwas, das uns noch lange in Erinnerung bleiben sollte.
Polizeikontrolle mit Humor
Gunnar saß heute am Steuer, als wir an einer Ampel plötzlich in eine Polizeikontrolle gerieten. Jeder, der dort hielt, musste den Führerschein vorzeigen und ins Röhrchen blasen. Keine Stichprobe, keine Diskussion – alle.
Wir waren ehrlich gesagt ein bisschen überrascht, nahmen es aber mit Humor. Die Polizistin war ausgesprochen freundlich und begann ihre Ansprache zunächst auf Norwegisch. Nach unserem Hinweis, dass wir aus Deutschland kommen, wechselte sie sofort ins Englische – inklusive Lächeln und lockerer Atmosphäre. Blasen musste Gunnar trotzdem.
Alles in Ordnung, weiterfahren. So entspannt kann eine Kontrolle sein. Norwegen eben.
Kilometer, Fjorde und Ladepausen
Danach ging es weiter Richtung Osten. Die Strecke von Tromsø nach Alta führt durch eine beeindruckende, aber auch raue Landschaft. Weniger spektakuläre Bergspitzen als auf den Lofoten, dafür weite Täler, Fjorde, kahle Hochebenen und immer wieder Wasser, von dem Norwegen so unendlich viel hat.



Zwischendurch legten wir immer wieder kurze Stopps ein – zum Laden, zum Beinevertreten oder einfach, weil die Landschaft es verlangte. Einmal stehen bleiben, tief durchatmen, die Landschaft genießen, weiterfahren.
Und dann war da noch dieser Fleck Erde, wo wir nur eine kurze Pause machten und wir – insbesondere Gunnar – sich sofort in diesen Ausblick verliebt haben. Keine Menschenseele weit und breit, hier könnte man leben, fiel uns nur dabei ein. Einfach schön.


Alta – das Tor zur Finnmark
Am Nachmittag erreichten wir schließlich Alta, eine der wichtigsten Städte in der Region Finnmark, der nördlichsten Provinz Norwegens. Alta gilt als „Stadt der Nordlichter“ (wie fast jede Stadt hier oben ;)) und ist im Winter ein Besuchermagnet für Polarlicht-Beobachtungen. Außerdem befindet sich hier eines der bedeutendsten archäologischen Zeugnisse Skandinaviens: die Felszeichnungen von Alta, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören.
Diese prähistorischen Gravuren sind mehrere tausend Jahre alt und zeigen Jagdszenen, Tiere und das Leben der frühen Bewohner – ein beeindruckender Beweis dafür, wie lange diese Region schon besiedelt ist. Davon haben wir allerdings erst hinterher erfahren.
Unser Hotel: solide mit kleinen Schwächen
Unser Hotel lag richtig gut – das muss man sagen. Zentrale Lage, kurze Wege, alles gut erreichbar. Das Zimmer selbst war völlig okay, sauber und funktional – etwas plüschig vielleicht. Das Bad allerdings hatte seine besten Jahre definitiv hinter sich.
Laut Bewertungen gibt es in dem privat geführten Haus bereits renovierte Bäder, wir hatten aber wohl ein „historisches“ Bad bekommen. Shit happens. Wirklich schlimm war es nicht, eher eine Randnotiz. Und ganz ehrlich: Wir waren ja nicht wegen des Badezimmers hier, sondern weil noch einen letzten Stopp vor dem Nordkap einlegen mussten.
Abendessen in Alta
Am Abend fuhren wir noch einmal in die Stadt und kehrten im Restaurant Erica Mat & Vinbar ein. Eine sehr gute Entscheidung. Das Essen war lecker und genau das, was wir jetzt brauchten.
Kein ChiChi, sondern gutes Essen in entspannter Atmosphäre – klare Empfehlung für alle, die in Alta einkehren wollen.
Eine Nacht im grellen Licht
Die Nacht war… sagen wir mal: hell. Sehr hell. Die Mitternachtssonne meinte es besonders gut mit uns und schien gnadenlos direkt auf unsere große Fensterfront. Natürlich gab es Rollos und Gardinen, aber vollständige Dunkelheit war trotzdem nicht drin.
Es ist schon ein eigenartiges Gefühl, nachts aufzuwachen und zu denken, es sei früher Abend. Trotzdem schliefen wir erstaunlich gut – vielleicht lag es einfach an der langen Fahrt und der frischen Luft. Der Körper war müde genug, um über das Dauerlicht hinwegzusehen.

Vorfreude auf das Frühstück – und das Nordkap
In den Bewertungen wurde das Frühstück im Hotel besonders gelobt, entsprechend gespannt waren wir darauf. Aber noch wichtiger: Morgen geht es weiter. Der nächste Abschnitt bringt uns an unser großes Ziel dieser Reise, dem Nordkap.
Ein Gedanke, der sich immer noch ein bisschen surreal anfühlt.
Etappe 13 war kein Tag der großen Highlights, aber keinesfalls langweilig. Viele Kilometer, kleine Erlebnisse, nette Begegnungen und dieses schöne Gefühl, unterwegs zu sein und jeden Tag was Neues zu entdecken, was aber auch nicht immer spektakulär sein muss.
Fahrstrecke Tag 13:
394 km | ca. 5–6 Std.
Ladepausen:
Supercharger Skibotn (NOR) – 52,93 KW
Supercharger Alta (NOR) – 43,56 KW
Hotel:
Altafjord Gjestegaard
Bossekopveien 19, 9511 Alta, Norwegen
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Wie gefällt dir unser Roadtrip bisher? warst du auch schon mal im hohen Norden oder reizt dich eher der Süden?
Im nächsten Beitrag: Morgen ist es endlich soweit, wir werden am nördlichsten Punkt Europas stehen und am nördlichsten Tesla Supercharger der Welt laden. Was wird uns mehr beeindrucken?

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