Nun ist es endlich soweit, unsere erste gemeinsame Reise steht an. Schon vor einigen Monaten haben wir 2 Wochen Toskana in einer Ferienwohnung gebucht – Anreise mit dem eigenem Pkw. Am Samstag den 15. Juni war Schlüsselübergabe und so wurde Gunnars Puma tagszuvor gepackt.

Bis auf einen kurzen Stau vor dem Elbtunnel lief bis zum Bodensee und der österreichischen Grenze alles gut. Dort hieß es dann Pickerl kaufen. Da wir laut ADAC-Routenplanung auch noch durch die Schweiz fahren würden, hätten wir auch dort noch eine Autobahn-Maut zahlen müssen, haben uns aber am Bodensee etwas verfahren, landeten plötzlich in Lichtenstein und waren kurz danach dann doch in der Schweiz… ohne Plakette, Upps. Von dort aus ging es mit viertel vollem Tank über den San Bernardino Pass – mitten in der Nacht die Serpentinen rauf – über die Alpen rüber und wieder in Serpentinen runter. Ein wenig mulmig war uns schon und wir waren froh wieder unten zu sein, auch wenn der Tank nun fast leer war und die einzige Tankstelle geschlossen hatte.

Von da an ging es zügig weiter, aber die Augen fielen uns langsam zu. Wir entschlossen uns also auf einer dreckigen Raststätte in der Nähe Milano ein kleines Nickerchen zu halten. Als wir gegen 5:30 Uhr wieder aufwachten, war es schon ziemlich warm und wir setzten unsere Fahrt fort. Gegen 8:30 Uhr kamen wir nach 19,5 stunden und 26,50 Euro italienischer Autobahngebühren müde in Suvereto an. Nachdem wir um 16:30 Uhr unsere Wohnung übernommen hatten, machten wir erst mal eine Dose des mitgebrachten Bohneneintopfs auf und wollten dann aber nur noch schlafen.

Malerisches Suvereto
Malerisches Suvereto
Suvereto, kleine Gassen und nicht überfüllt
Suvereto, kleine Gassen und nicht überfüllt

Jetzt konnte der Urlaub beginnen und es sollte heiß werden, sehr heiß. Die Toskana wurde in diesem Jahr von einer Hitzewelle heimgesucht, die die Temperaturen für diese Jahreszeit ungewöhnlich, auf bis zu 40 Grad ansteigen lies. An Schatten war kaum zu denken, wenn man nicht die ganze Zeit in der Ferienwohnung bleiben wollte, und so schmerzte der erste Sonnenbrand schon ziemlich bald auf unserer Haut.

Wir beide waren das erste Mal in der Toskana und auch wenn Suvereto dem ersten Anschein nach irgendwo mitten auf dem Land liegt, so ist es doch ein idealer Ausgangspunkt für Tagesausflüge zu den touristischen Highlights der Region (Pisa, Florenz, etc.). Aber auch wer nur die wunderschöne Natur geniessen will, ist in Suvereto gut aufgehoben. Auch das Meer ist nicht so weit entfernt und wer keine überfüllten Strände mag, der wird hier sehr schnell fündig.

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Hier nun unser Kurzes Reisetagebuch:

Freitag, 14. Juni 2002
13:00 Uhr: Abreisetag, geplant waren ca. 1.500 km und 15 Stunden Autofahrt, es wurden aber wie bereits geschrieben etwas mehr.

Samstag, 15. Juni 2002
8:30 Uhr: Ankunft in Suvereto, ein malerisches, behutsam restauriertes, mittelalterliches Bergdorf in der Provinz Livorno. Leider öffnete das Büro unseres Reiseveranstalters erst um 16:30 Uhr. Wir erkundeten also erst mal Stadt und Umgebung bei 35 Grad (im Schatten). Ein erstes Gelato war natürlich auch drin und als wir es auf einer im Schatten gelegenen Bank gegenüber der Kirche genossen, durften wir auch noch einer echten italienischen Hochzeit zuschauen.

16:00 Uhr: Wir übernehmen die Wohnung. Sie ist ganz ok, hat zwar keinen Balkon, dafür aber einen Pool im Garten. Jetzt aber erst mal schlafen.

Hochzeit in Suvereto
Hochzeit in Suvereto

Sonntag, 16. Juni 2002
Einkaufen, Pool, Strand (ca. 15 Autominuten entfernt). Abends dann Essen gehen in Suvereto: Wir merken, das wir nicht in einer Touristen-Hochburg sind und haben große Probleme mit der italienischen Speisekarte.

Montag, 17. Juni 2002
Ausflug nach Florenz nur ca. 150 Km entfernt, die sich aber durch die Bergstrecken sehr ziehen. In Florenz parken wir etwas außerhalb. Es ist mit ca. 40 Grad sehr heiß. Durch die vielen Motorroller ist es laut und es stinkt. Also weg von den Straßen.

Ponte Vecchio - Florenz berühmteste Brücke
Ponte Vecchio – Florenz berühmteste Brücke

Ein sehr lohnenswertes Ziel ist die Kathedrale Santa Maria del Fiore am Piazza del Duomo, von deren Kuppel man nach 463 Stufen einen wunderschönen Blick auf die Stadt hat. Wer geschichtlich und bauhistorisch interessiert ist, wird sich hier sehr wohl fühlen. Wer zudem auch noch shoppingbegeistert ist, der sollte dem stylischen Kaufhaus Coin in der Via dè Calzaiuoli unbedingt einen Besuch abstatten. Ich kaufte mir dort erstmal eine neue Badehose. Jetzt hieß es aber erstmal das Auto wiederfinden. Nach ca. 2 Stunden suchen, hatten wir auch das geschafft und traten die Heimfahrt nach Suvereto an.

Dienstag, 18. Juni 2002
Abhängen am Pool und nachmittags an den Strand.

Mittwoch, 19. Juni 2002
Wir haben eine kleine Rundtour aus dem Reisführer gemacht, dabei haben wir auf einer Landzunge im Ort Punta Ala einen wunderschönen Strand entdeckt.

Unser Traumstrand in Punta Ala
Unser Traumstrand in Punta Ala

Donnerstag, 20. Juni 2002
Vormittags Pool und abends Weinprobe auf einem kleinen Weingut. Diese war bei unserer Reise inklusive, wir hatten aber das Gefühl, dass man nicht so wirklich auf uns eingestellt war, es wirkte alles sehr improvisiert. Also lieber selber mal bei den vielen Weingütern der Region anhalten. Bei vielen kann man gerne probieren, aber Vorsicht, nur der Beifahrer!

Freitag, 21. Juni 2002
Es geht nach Pisa, einer sehr überschaubaren und erstaunlich ruhigen Stadt, wenn die vielen Touristen nicht wären. Die Hauptsehenswürdigkeiten sind schnell erreicht und liegen alle am Campo dei Miracoli (Platz der Wunder). Das die Erhaltung des Schiefen Turmes wohl sehr teuer ist, merkt man an dem horrenden Eintrittspreis von 15,- Euro. Das ließen wir dann auch bleiben und schossen dafür nur die obligatorischen „Wir-stützen-den-Turm-Fotos“.

Typisch Touristen, turmstützen in Pisa
Typisch Touristen, turmstützen in Pisa

Samstag, 22. Juni 2002
Wieder ein entspannter Tag am Meer und im Pool. Ist ja schließlich Urlaub.

Sonntag, 23. Juni 2002
Ausflug nach San Vincenzo, einem kleinen Touristen-Dorf mit vielen schönen Stränden und einem kleinen Hafen.

Montag, 24. Juni 2002
Fahrt nach Monte Argentario (ca. 100 Km) einer Halbinsel am südlichen Rand der Toskana.
Hier machen viele Römer Urlaub oder verbringen hier einfach nur einen Tag am Strand. Danach sind wir wieder zu unserem Lieblingsstrand nach Punta Ala gefahren.

Dienstag, 25. Juni 2002
Tagsüber Pool (wir sind froh, dass wir den haben) und abends Ally McBeal.

Mittwoch, 26. juni 2002
Wer in die Toskana fährt muss natürlich auch noch Siena besucht haben. Dort haben wir den weltberühmten Piazza del Campo bestaunt. Die Einwohner von Siena nennen ihn den schönsten Platz der Welt. Schön ist er wirklich und vom Torre del Mangia hat man auch einen wunderschönen Blick aus 102 Metern Höhe auf den Platz. Da die Vorbereitungen für des bekannte Pferderennen Palio delle Contrado gerade liefen, wurde uns der Blick auf die umliegenden Geschäfte und Cafés etwas genommen, der Platz hat aber wirklich eine tolle Atmosphäre.

Siena ein Cafe in luftiger Höhe am Piazza del Campo
Siena ein Cafe in luftiger Höhe am Piazza del Campo

Donnerstag, 27. Juni 2002
Bräune am Pool fixieren, schwimmen, relaxen.

Freitag, 28. Juni 2002
Letzte Mitbringsel einkaufen, Pool und um 20.00 Uhr los Richtung Heimat.

Samstag. 29. Juni 2002
Ankunft um 14:35 Uhr nach 18 Stunden und 35 Minuten Non-Stop-Fahrt.

Byebye Suvereto
Byebye Suvereto

Was es noch zu sagen gibt:

Essen
Essengehen ist in Italien etwas anders als bei uns. Man erwartet im Restaurant vom Gast eigentlich, dass er ein Menü nimmt. Bei drei bis vier Gängen geht die Urlaubskasse dann schnell zur Neige. Pasta z.B. wird nur als Vorspeise angesehen. Uns kümmerte das aber wenig, denn angesichts der hohen Temperaturen war uns nicht danach so viel zu essen und so fingen wir uns dann jedes mal einen mürrischen Blick der Bedienung ein, wenn wir sagten „that’s all“. Oft gingen wir deshalb auch in einer Art Imbiss in Suvereto essen, wo es sehr leckere Pizzen und gute Pasta gab, aber keinen bösen blick.

Sprache
Mit deutsch und englisch kamen wir in den kleineren Orten nicht sehr weit. in Florenz, Pisa und Siena hingegen schon. Speisekarten auf italienisch sind schon recht spannend, doch für uns leider nur schwer zu lesen. Wir schafften es aber immer uns irgendwie zu verständigen.

Preise
Die Preise sind relativ hoch. Ob in Restaurants oder aber im Supermarkt, man zahlt im durchschnitt etwas mehr als in Deutschland. Benzin ist preislich ähnlich angesiedelt wie bei uns. Ziemlich teuer ist übrigens Eis-Creme, insbesondere in Touristenzentren. Für zwei kleine Becher mit jeweils 3 Kugeln wurden uns in Florenz 10 Euro abgenommen.

Die Menschen
Von freundlich bis arrogant ist uns alles untergekommen, wie in Deutschland also.

Fazit
Es war ein wunderschöner Urlaub, auch wenn wir uns eine Anreise mit dem Auto von 1.500 km nicht mehr antun werden. Mit dem Flieger ist es allemal bequemer und auch nicht viel teurer. Außerdem schont es den Wagen. In den 14 Tagen sind wir insgesamt 4.923 Km gefahren.

5 Komentare zu “Zwei Wochen Toskana pur”

  1. Wie ich schon sagte: Sehr schöne Bilder!
    Die „Qual der (Bilder)wahl“ kann ich sehr gut nachvollziehen 😉

  2. Ooooooh, was fuer schöne Bilder. Ich hoffe, ich bekomm die Anderen nächste Woche auch noch zu sehen. Euch noch ein paar schöne freie Tage zum Ausspannen,
    pp

  3. Hi .. Ja … Italien ist schön … und so schlecht sind die Weine auch nicht 😉 .. wir sind da jedes Jahr ein paar Male .. vielleicht ein kleiner Tip für die Anreise mit dem Auto .. wir teilen uns die Route ein .. meistens ist in Zürich die erste Übernachtung .. dann evtl. Milano oder Bologna … dann weiter in die Toscana .. Unterkunft in Pensionen oder auch in der Jugendherberge ..

  4. Yep, schließe möchten anderen: sehr schöne Bilder und ich werd schon wieder neidisch *auch mal wieder weg will*

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