Gunnar und Holger

Dieser Artikel ist unser Beitrag zu Igors Projekt 360: „Um die Welt zu dir selbst“ auf seinem Blog 7kontinente.com. Blogger berichten dort über Reisen die, auch wenn nur ein klein wenig, ihr Leben verändert haben. Ich hatte mich sehr gefreut, als Igor mich fragte, an dem Projekt teilzunehmen, bei dem sich jeder der Blogger für ein Land entscheiden durfte.

Es verwundert wahrscheinlich Niemanden, der hier schon ein bisschen gelesen hat, dass ich mich spontan für eine Geschichte aus bzw. über Südafrika entschieden habe, auch wenn auf den ersten Blick auf unseren bisherigen zwei Reisen dorthin gar nichts weltbewegendes geschehen ist. Es gab durchaus Reisen davor, wo richtig was passiert ist. Aber mein Krankenhausaufenthalt in Florida, oder der Einbruch in unser Wohnmobil in Kanada hat bis auf die Tatsache, dass wir uns auf Reisen jetzt noch besser versichern, keinen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Warum dann Südafrika?

Es war mein 50. Geburtstag im letzten Jahr und die größte Überraschung an diesem Tag war eine Reise nach Südafrika, die ich von Gunnar geschenkt bekam. Genauer gesagt hatte er die Flüge, den Mietwagen und das Guesthouse für die ersten zwei Tage in Kapstadt organisiert, ohne dass ich etwas davon mitbekam. Er hat auch dafür gesorgt, dass ich zu dem von ihm geplanten Reisebeginn sicher Urlaub für zwei Wochen bekomme. Den musste ich freilich selber beantragen, ich wusste also schon, dass es irgendwo hingehen wird, aber dass wir gemeinsam nach Afrika fliegen würden, hätte ich never ever erwartet.

Und so war meine Überraschung am 05. Februar 2016 auch nicht gespielt und meine Freude noch viel größer, zumal wir schon 2 Tage später in den Flieger steigen würden. Warum Südafrika und das im Mietwagen fragt ihr euch jetzt, wo wir doch eingefleischte Wohnmobil-Urlauber sind?

Die Kamera fängt alles ein
Die Kamera fängt alles ein

Wir hatten durch den Vlogger Ben Brown, sehr viel über Südafrika gesehen und waren beide fasziniert von der Schönheit dieses Landes und den Möglichkeiten die man allein in der Kapstadt Region hat, die Natur zu entdecken. Wir fotografieren und filmen auf unseren Reisen sehr viel und wussten welche großartigen Motive sich uns dort bieten würden. All das sorgte bei mir für ein großes Kribbeln im Bauch, als wir am Abend des 07. Februars in London in die Boing 747 der British Airways stiegen. Aber auch dass diese Reise anders sein würde als bisher. Wir flogen in ein Land in dem es neben gut und sehr gut verdienenden Menschen auch sehr viel Armut gibt. Dazwischen ist wenig und in solch einer Situation ist die Kriminalitätsrate oft auch höher als anderorts. Mit diesen Warnungen von uns wohlwollenden Menschen (und man hat ja selbst auch das ein oder andere im TV gesehen) machten wir uns also auf den Weg. Angst hatten wir aber keine.

Es war Liebe auf den ersten Blick

Als wir nach knapp 12 Stunden Flug am Cape Town International Airport ausstiegen, war es so, als ob wir hier schon viele Male gewesen sind. Wir fühlten uns sofort wohl und alles was wir uns nach der Landung vorgenommen hatten (Sim Karte besorgen, Geld abheben, Mietwagen abholen) klappte reibungslos. Der Empfang im Guesthouse war so herzlich wie wir es noch nirgends erlebt hatten und wir freuten uns riesig auf das, was wir in diesem fremden Land, das uns so freundlich empfing, noch alles erleben würden.

Gunnar am Bloubergstrand
Gunnar am Bloubergstrand

Was wir erlebt haben, auf unserer ersten Reise, lässt sich hier im Detail nachlesen. Aber was es mit mir gemacht hat, und was auch Thema dieses Beitrags sein soll, ist eigentlich schwer in Worte zu fassen. Vom ersten Tag bis zum letzten Tag der Reise waren wir ungewöhnlich entspannt. Das hätten wir so gar nicht erwartet, schließlich waren wir mit einem Mietwagen unterwegs, mussten bei jeder Unterkunft unsere großen Reisetaschen ins Guesthouse tragen, und lebten quasi auch aus diesen, denn auspacken lohnt sich bei ein/zwei Übernachtungen ja nicht. Ungefähr jeden zweiten Tag mussten wir für unsere nächsten Zielorte Unterkünfte raussuchen und buchen. Aber auch das störte uns gar nicht, sondern machte eher Spaß. Selbst als wir einmal fast keine Unterkunft für die nächste Nacht gefunden hatten, blieben wir ziemlich entspannt.

Das was mir und ich glaube auch Gunnar auf dieser Reise passiert ist, ist am besten mit einem extrem angenehmen Gefühl und eine tiefe Zuneigung zu einem Land zu beschreiben und das sorgte dafür, das wir fast genau ein Jahr später uns sehr spontan entschieden haben, wieder dorthin hin zu fliegen und uns sogar vorstellen könnten dort zu leben. Wenn wir Bilder aus Kapstadt und Umgebung auf Instagram sehen, oder Vlogs auf Youtube, dann bekommen wir echtes Fernweh. Ein schönes Gefühl und ein großes, welches uns sicherlich bald wieder nach Südafrika oder andere afrikanische Länder führen wird, denn es gibt noch so viel zu sehen und es wäre auch gar nicht das Schlechteste ein drittes oder viertes Mal auf den Lions Head zu steigen oder ganz chillig am Llandudno Beach auf das Meer zu schauen…

Lions Head
Lions Head
Der Weg auf den Lions Head ist nicht immer so einfach
Der Weg auf den Lions Head ist nicht immer so einfach

Ich weiß jetzt gar nicht, ob jeder versteht, warum ich diese Geschichte aufgeschrieben und beim Projekt 360 eingereicht habe Vielleicht halten Einige sie auch für zu trivial. Das macht aber nichts, denn wenn ich sie selber lese, dann möchte ich am liebsten sofort wieder buchen, deshalb vielen Dank Igor, dass wir mitmachen durften.

7 Kommentare bei “Projekt 360 – Wenn Reisen das Leben verändert”

  1. Hallo Holger,
    ich finde eure Geschichte, wie euch Südafrika verändert hat, toll. Auch wenn nichts weltbewegendes passiert ist, kann man doch ganz klar herauslesen, dass euch dieses Land verzaubert hat und ihr euch in Südafrika verliebt habt. Somit hat die erste Südafrikareise doch ganz eindeutig euer Leben verändert, immerhin könntet ihr euch sogar vorstellen dort zu leben! 🙂 Ganz toll!
    LG Johanna

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