Wien-Impressionen

Nach zwei Tagen Prag, machten wir uns auf den Weg nach Wien.

Die knapp 330 Km schafft man in guten 3,5 Stunden mit dem Auto. Wenn man nicht die etwas weitere Strecke auf der Autobahn via Brno (nein da fehlt kein Buchstabe) nimmt, überquert man die Grenze durch eine kleine Stadt, deren Namen ich vergessen habe, die ganz auf Shopping- und Sextourismus aus Österreich eingestellt ist. Wir waren etwas irritiert, wie Plump man dort an den Euro ran will, aber man kann nicht sagen, das es den Tchechen an Geschäftsgeist fehlt.

Am frühen Nachmittag kamen wir in Wien in unserem Hotel an. Dieses lag nahe dem Zentrum in der Mariahilfer Straße, einer großen Shoppingmeile. Neben vielen Geschäften, gab es auch einige Restaurants. Ebenfalls in Laufweite, das Museums Quartier und die Hofburg aber auch viele andere Sehenswürdigkeiten wie der Stephansplatz, Stephansdom, das Parlament und das Burgtheater sind gut zu Fuss zu erreichen.
Am ersten Tag, der ja nur ein halber war, wollten wir aber noch nicht in die Innere Stadt und erkundeten erstmal die Umgebung unseres Hotels. Wie immer gegen 15 Uhr verlangt es uns auch in Wien, oder gerade in Wien nach einem leckeren Stück Torte und einem Kaffee. Und es sollte uns das gleiche Schicksal wie in Prag ereilen, am Ende landeten wir bei Starbucks. Wenn wir böse sind, würden wir jetzt Herrn Putin die Schuld daran geben, denn dieser weilte just zu der Zeit, als wir das Areal der Hofburg, auf dem Weg zu einem Kaffeehaus, durchqueren wollten dort bei der OSCE Konferenz. Aber wir sind nicht böse. Schon den ganzen Nachmittag kreisten Hubschrauber über der Stadt, nun wussten wir warum.

Alles rund um die Hofburg war weiträumig abgesperrt und so schauten wir nach Cafés in der Nähe, die aber alle nicht das waren und schon gar nicht die Kuchenauswahl hatten, die wir uns von einem Wiener Kaffeehaus vorstellten. Also gingen wir gleich in ein Amerikanisches in der Nähe unseres Hotels. Am Abend aßen wir noch eine Pizza, auch nicht typisch Österreich, aber wir hatten ja noch den nächsten Tag und da wollten wir das echte kulinarische Wien kennenlernen.

In der Nacht begann es aber in meinem Bauch zu rumoren und hörte auch bis zum Morgen nicht auf. Mein erstes Wiener Frühstück bestand deshalb aus Immodium, das wir erst einmal besorgen mussten, Salzstangen und Coke. Das half relativ schnell mich wieder auf die Beine zu bekommen und so konnten wir am Mittag, Wien, oder zumindest einen Teil davon erkunden. Putin war wieder weg wir kamen wir überall hin wo wir hin wollten. Nach dem Stephansdom ging es durch ein paar Gassen ins prachtvolle Café Central. Um meinen Magen zu schonen trank ich nur einen Tee und Gunnar suchte sich aus den vielen verschiedenen Tortenstücken, die allesamt kleine Kunstwerke waren, eines aus, dazu gab es einen Café Latte. I war scho a bisserl neidisch.

Wir schlenderten weiter durch die Stadt und wir merkten schnell, dass hier, anders als in Prag, tatsächlich mehr Österreicher als Touristen unterwegs waren. Wir gingen bis zur Donau runter und waren aber etwas enttäuscht, denn zumindest auf dem kurzen Stück, das wir sahen, glich sie mehr einem Kanal als einem Fluß. Am Abend ging es dann zum Figlmüller, Wiener Schnitzel essen. Das wollen immer sehr sehr viele und man sollte, trotz der zwei Restaurants (Wollzeile und Bäckerstraße), vorher reservieren. Das hatten wir getan und konnten so an den vielen, auf einen Platz wartenden Menschen vorbei und wurden von einem sehr netten Ober an unseren Tisch gebracht. Meinem Magen ging es wieder besser und ich hatte auch Hunger, aber so viel Paniertes, auch wenn es wirklich lecker aussah wollte ich es meinem Magen noch nicht zumuten. Gunnar wählte das Wiener Schnitzel aus Kalbfleisch und ich Schweinemedaillons in Pfeffersauce. Pappsatt ging es wieder zurück zum Hotel.

Am nächsten Morgen gab es ein kleines Wiener Frühstück in der Bäckerei und dann ging es auch schon wieder zurück nach Hause. Die ca. elfstündige Fahrt bewältigten wir mit nur einer kurzen Mittagspause.

Fazit

Wien ist sehr schön und vor allem groß. Auch die historischen Gebäude, insbesondere die Hofburg wirken alle sehr mächtig und man bekommt leider selten ein Gebäude ganz auf ein Foto, wenn man nicht ein vernünftiges Weitwinkel dabei hat. Touristen sind hier gefühlt weniger unterwegs als in Prag, denn es verteilt sich alles viel mehr, das macht den Aufenthalt in Wien sehr angenehm. Zwei Tage reichen allerdings nicht aus, denn es gibt noch viel mehr zu entdecken als wir in der kurzen Zeit sehen konnten. Trotzdem gefiel uns Prag ein wenig besser. Es war, trotz der vielen Menschen, alles etwas gemütlicher und es gab bei den historischen Gebäuden viele verschiedene Baustile, die Gassen waren sehr verwinkelt und es wirkte dadurch alles etwas uriger.

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