Die bekannte Bucht im Julia Pfeiffer Burns State Park

Die kombinierte Dusch-Wasch-Toiletten-Nasszelle von ca. einem Viertel Quadratmeter im Wohnmobil lässt bequemes Duschen im Wagen nicht zu, weshalb wir uns unter anderem entschlossen haben, soweit vorhanden, die Duschen auf den Campingplätzen zu benutzen. Gunnar hatte sich schon am Vorabend schlau gemacht, wie die Campingplatzduschen beschaffen sind: Einzelkabinen, in denen drei Minuten Wasser einen Quarter kosten, was ein Viertel Dollar ist.

Da ich weiß, wie lange ich zuhause immer im Bad brauch, habe ich mir vorgenommen, heut’ mal schnell zu machen und mir nur zwei Quarter eingesteckt. Mal sehn ob es reicht, oder ob ich nach sechs Minuten hilfeschreiend im Schaum dastehe. Also nackig gemacht und in die Nasszelle gehüpft. Nebenan hörte ich Gunnar schon duschen. Ich schmiss also auch meine ersten 25 Cents rein und machte erstmal einen Satz rückwärts, als mich der erste kalte Strahl traf. Langsam wurde das Wasser wärmer und wild fuchtelnd seifte ich mich von Kopf bis Fuß ein; Zeit ist halt auch hier Geld. Als Gunnar herüber rief, ich solle mich beeilen, weil die Zeit gleich um ist, war ich schon komplett entseift und konnte den Rest der Zeit jetzt richtig genießen. Drei Minuten! Das werde ich zuhause nie schaffen; den zweiten Quarter konnte ich also wieder einstecken.

Nachdem wir die Betten gemacht und gefrühstückt hatten, fuhren wir weiter in Richtung Süden, immer noch auf dem Highway #1. Nach ein paar Meilen erreichten wir die Einfahrt zum Julia Pfeiffer Burns State Park und legten hier noch einen kleinen Stopp ein. Viel gab es hier nicht zu sehen. Das Wetter war ein wenig bedeckt, aber trotzdem war die kleine romantische Bucht, die man von weit oben sehen konnte, den kurzen Halt wert.

Ruhe Küste am Highway #1
Ruhe Küste am Highway #1

Heute wollten wir richtig “Strecke machen” und bis Santa Barbara kommen; dafür sollten es am nächsten Tag nur kurze 112 km nach Malibu werden. Unterwegs überlegten wir uns aber, dass wir gar nicht so recht wussten, was wir in Santa Barbara wollten und wir die paar Kilometer auch noch fahren könnten. Da wir deshalb aber etwas später in Malibu Beach ankommen würden, rief Gunnar vorsichtshalber von Los Alamos aus auf dem Campground an. Nachdem alles klar und der Platz gebucht war, fuhren wir weiter. Der Highway #1 führt nicht immer direkt an der Küste entlang, sondern geht manchmal etwas ins Landesinnere, dann aber vorbei an endlosen Erdbeerfeldern. Irgendwie schafften wir es aber nicht, anzuhalten, um uns ein Schälchen für unterwegs zu kaufen.

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Malibu Beach
Malibu Beach
So ging man früher auf Reisen
So ging man früher auf Reisen

Es dämmerte schon ein wenig, als wir in Malibu Beach auf dem Campingplatz ankamen. Der Platz mit Oceanview kostete schlappe 48$, womit wir schon gerechnet hatten. Für das Geld hätten wir aber etwas mehr erwartet, aber die Lage hoch über der Küstenstraße, der Blick aufs Meer und die Nähe zu L.A. will bezahlt werden. Es war halt ein typischer Grosstadt-Campingplatz, zwar mit allem Komfort, aber mit wenig Grün und wenig Platz ums Auto herum.

Nach dem Abendessen stellten wir unsere Klappstühle vor den Wagen und ließen bei einem leckeren Kalifornischen Wein den Tag im Sonnenuntergang ausklingen. Dabei beobachteten wir die vielen Camper, die jetzt noch in der Dunkelheit auf den schmalen Campsites einparkten. Als die Sonne hinter dem Horizont verschwunden war, zogen auch wir uns in den Wagen zurück und fanden, dass es mal wieder Zeit fürs Bett war. Bei einer Geräuschkulisse aus Meeresrauschen und viel befahrener Straße schliefen wir langsam ein.

Die Küstenstraße an unserem Campingplatz in Malibu
Die Küstenstraße an unserem Campingplatz in Malibu
Lustige Meeresfrüchte
Lustige Meeresfrüchte
Gemütlicher Tagesausklang mit Meerblick
Gemütlicher Tagesausklang mit Meerblick

Route: Immer den Highway #1 Richtung Süden entlang

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