San Francisco

Mit dem Shuttle brachen wir um 9:00 Uhr in die City von San Francisco auf. Wir waren die einzigen, die heut am Sonntag so früh in die Stadt wollten. Ist aber auch kein Wunder, denn viele Gäste des Platzes waren wegen des nachher stattfindenden Spiels der 49ers da. Deren Stadion liegt direkt am Campingplatz.

Der Shuttle setzte uns in der California, Ecke Kearny ab und wir verabredeten mit dem Fahrer die Abholung um 21 Uhr. Zuerst schlenderten wir durchs Bankenviertel und wanderten dann die ca. sieben Meilen lange Market Street hoch. An der Ecke zur Castro Street wehte eine riesige Regenbogenfahne und in der Castro Street, die fest in schwuler Hand ist, hingen kleine Regenbogenfahnen an jeder Laterne. Links und rechts säumen kleine Läden und Cafés die Straße.

Weiter ging es zum Alamo Square, einem kleinen Park, an dem die bekannte „Postcard Row“ mit ihren oft fotografierten viktorianischen Häusern liegt. Danach die Hayes Street weiter zum Civic Center, die Larkin und Clay Street entlang zum Cable Car Museum (kostenlos) in der Mason Street. Das war schon sehr interessant, denn hier wurde genau erklärt und gezeigt, wie die Cable Cars, ein weiteres Wahrzeichen der Stadt, funktionieren und auch der allererste Wagen kann dort besichtigt werden. Vier Strecken gibt es insgesamt und alle Kabel werden hier zentral angetrieben. Dann ging es weiter nach Chinatown, wo wir einer Filmcrew zuschauen durften. Danach gingen wir zur Transamerica Pyramid, dem Gebäude, welches die Skyline von S.F. dominiert. Uns taten mittlerweile schon gehörig die Füße weh und so machten wir eine kleine Pause auf den Steinbänken vor der Pyramide.

Dann ging es ein langes Stück hoch zur Lombard Street, der steilsten Straße der Stadt, die aus diesem Grund auch in einem Teilstück nur in sehr engen Kurven zu befahren ist. Danach runter zum Hafen mit Hyde Street Pier, Fisherman’s Wharf und Pier 39 mit seinen vielen Läden und den Seehundbänken und wieder hoch zum Coit Tower.

Dieser 70m hohe Turm auf dem Telegraph Hill ist einer Feuerwehrspritze nachempfunden. Er wurde von der reichen und exzentrischen Lillie Hitchcock Coit gestiftet, die so sehr in die Jungs der hiesigen Feuerwehr vernarrt war, dass sie ihnen mit dem Turm ein Denkmal setzte. Die Aussicht ist es allemal wert, sich den vielen Touristen anzuschließen und mit dem Lift hinauf zu fahren.

Langsam wurden wir müde, hungrig und kaffeedurstig, aber kein Starbucks in Sicht. Im Bankenviertel, wo wir heute Morgen einige der Cafés gesehen hatten, waren mittlerweile die meisten geschlossen, nur eines hatte noch auf. Aber kaum hatten wir uns mit unserem Becher in die Sessel sinken lassen, hieß es „Feierabend, wir schließen jetzt“. Nun ja, machten wir es uns halt draußen bequem und beobachteten Autos.

Wir überlegten uns, ob wir noch was essen gehen wollten und kamen zur Überzeugung, dass wir eigentlich keine Lust mehr hatten, weiter zu latschen, denn mittlerweile war es halb sieben, und wir waren seit nunmehr neun Stunden auf den Beinen. Gunnar wollte aber gerne noch zu einem Wendeplatz der Cable Car gehen und das taten wir dann auch. Hier war es dann auch gleich wieder belebter und viele Geschäfte hatten noch auf. Klar, dass wir bei Ghirardelli rein mussten, und sofort hatten wir ein Stück leckere Schokolade im Mund. Gekauft haben wir aber nichts, denn es war viel zu warm. Die Leckereien wären uns davongelaufen, bevor sie sich in unsere Mägen hätten retten können. Zum Wetter passte auch der nächste Laden nicht so recht: Macy’s Christmas Store. Über fünf Etagen gab es hier alles, was man für das Fest der Feste braucht. Von kitschig bis edel war alles zu haben, wenn der Geldbeutel es hergab. Etliche, zu verschiedenen Themen geschmückte Weihnachtsbäume gab es dort auch zu bestaunen.

Mittlerweile war es nach sieben und wir wollten langsam wieder zum Campingplatz zurück. Gunnar rief deshalb dort an und bat, dass man uns eine Stunde eher als geplant abholt. Zwischen den Wolkenkratzern im Bankenviertel warteten wir dann auf das Shuttle und kamen überein, dass es trotz schmerzender Füße, trockener Kehle und knurrendem Magen ein sehr sehr schöner Tag gewesen war.

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