Bryce Canyon

Von Calf Creek war es nicht mehr weit bis zum Bryce Canyon. Ein paar hundert Meter vor der Parkeinfahrt liegt Ruby’s Inn, so heißt die kleine Stadt. Fährt man weiter, kommt man an Ruby’s General Store, Ruby’s Western Arts Gallery und Ruby’s Inn Main Lodge vorbei. Wir campten auf Ruby’s RV Park Campground.

1916 zog Reuben C. (Ruby) Syrett mit seiner Familie in die Wildnis West-Utahs. Ein Rancher erzählte Ruby von der Schönheit des Bryce Canyon und so besuchte Ruby mit seiner Familie an einem Sonntag den Canyon Rim. Sie waren so beeindruckt von dem was sie sahen, und jetzt kürze ich mal ein wenig ab, dass sie allen Leuten vom Canyon erzählten und später auch Besucher auf ihrer Ranch aufnahmen. Ruby war zwar nicht der Entdecker des Bryce Canyon, aber er hat ihn ein wenig erforscht und populär gemacht. Deshalb ist die Stadt und fast alles hier nach ihm benannt.

Wie in den meisten Nationalparks gibt es auch hier ein Visitor Center, von dem aus man zu kleinen Wanderungen aufbrechen oder mit kostenlosen Shuttlebussen zu den Aussichtspunkten fahren kann. Im Visitor Center schauten wir erst einmal einen kurzen Film über den Park, der auch im Winter sehr schön zu sein scheint und fuhren dann zum Sunset Point. Von hier aus geht ein serpentinenartiger Weg hinunter in den Canyon. Der Weg nennt sich Navajo Round Trail und er scheint der beliebteste und somit auch der vollste zu sein. Er ist wunderschön und das Spiel von Licht und Schatten auf dem roten Sandstein ist beeindruckend. Die vielen Touristen stören aber leider sehr und viele von ihnen sind einfach nur peinlich. Glücklicherweise gingen so gut wie alle nur den ca. 2 km langen Rundweg, wir dagegen wanderten im Tal weiter Richtung Norden, zum Sunrise Point. Hier waren wir so gut wie alleine und konnten die Hoodoos und deren Farbenspiel in der Sonne auf uns wirken lassen. Hoodoos sind die durch Erosion entstandenen Felstürme, die das typische an diesem Nationalpark sind. Der Weg führte uns weiter zur Queen Victoria, eine Felsformation, die der Königin ziemlich ähnlich, aber sonst nicht weiter beachtenswert ist. Viel netter war dagegen eine, die dem Lübecker Tor sehr ähnlich sah. Das, was wir am Sunset Point locker heruntergegangen waren, mussten wir jetzt am Sunrise Point natürlich auch wieder hoch. Etwas strapaziös, aber zu schaffen. Der Trail ist übrigens recht staubig und heiß, selbst im September, also Getränke nicht vergessen.

Es war jetzt später Nachmittag. Auf den Sonnenuntergang verzichteten wir, fuhren aber noch mal die anderen Aussichtspunkte des Canyons ab. Danach schauten wir uns noch ein wenig in Ruby’s Inn um und fuhren dann zum Campground zurück, wo der Whirlpool lockte. Am späten Abend zog dann noch direkt vor unserem Platz eine laut singende Truppe in Planwagen vorbei. „Chuckwagon Dinner Rides“ nennt sich das. Zwei Planwagen, ein paar Cowboys und reichlich Alkohol. Man fährt dann zu einem Platz in der Nähe des Canyons, wird dort bekocht und bespaßt und ist dann heiter genug, um wenig später die ganze Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Wir jedenfalls waren froh, dass wir diese Art von Tourismus nicht mitmachten.

Route: Die US-12 über Tropic, bis es links zum Bryce Canyon geht.

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