Big Ben

Wer mit Ryanair von Hamburg nach London fliegt, weiss natürlich, dass mit Hamburg Lübeck gemeint ist, was für uns ca. 80 Km Anreise zum Flughafen bedeutete. Von London-Stansted sind es dann noch mal 50 Km mit dem gleichnamigen Express (35 Euro) bis Liverpool Street, ca. 30 Minuten mit der U-Bahn bis Paddington Station und von dort aus noch 5 Minuten Fußmarsch bis zu unserem Hotel.

Das Hotel machte äußerlich einen sehr netten Eindruck, das Zimmer (58 Euro/Nacht und Person) aber leider nicht, was man im Nachhinein betrachtet für den Preis und mit der Lage (Hyde Park) wohl aber auch nicht verlangen sollte. Es war sehr klein und eng, eigentlich ein Schlauch. Es war so eng, das die Betten nicht nebeneinander, sondern nur hintereinander stehen konnten. Aber egal, wir wollten die Zeit ja nicht im Hotel verbringen, sondern die Stadt erkunden. Eine Empfehlung für London-Besucher: nehmt das Hotel ohne Frühstück und holt euch dafür was im Coffee-Shop oder ein Sandwich bei Benjy’s oder Pret. Das ist günstiger und wesentlich schmackhafter.

Unsere Maschine landete bereits um 9:40 Uhr. Wir hatten also noch viel Zeit an unserem ersten Tag in London. Den verbrachten wir ausschließlich mit Shopping in der city. Sehr angetan waren wir von Topman im Topshop, „the world largest“ Klamottenladen. Hier gab es für Gunnar erst mal ein coole Hose. Dann ging es weiter zu FCUK, die auch tolle Sachen hatten aber diesmal blieben wir standhaft und kauften nichts. Danach war bummeln in Soho angesagt, bis die Sonne langsam unterging. Ich spürte zwar meine Füße kaum noch und auch der Rücken tat weh, aber wir wollten unbedingt noch im Dunkeln durch den Hyde Park zurück zum Hotel wandern. Gesagt, getan, aber im Hotel sind wir dann auch ziemlich schnell eingeschlafen. Leider nur bis um ein Uhr, denn dank der dünnen Wände konnten wir nur allzu deutlich unsere Nachbarn hören.

Am Donnerstag stand Sightseeing auf dem Programm. Vom Piccadilly runter zum Trafalgar Square und weiter zum House of Parlaments und Westminster Abbey. Weiter ging es an der Themse, die wir in der nähe vom New Schottland Yard überquerten und in die andere Richtung zum vom weiten sichtbaren London Eye wanderten. Die grandiose Aussicht, die man aus max. 135 Metern Höhe hat sind die gut 15 Euro/Person eintritt wirklich wert. Die Fahrt dauert eine halbe Stunde. Mit der Bahn fuhren wir danach Richtung Covent Garden einer Shopping-Gegend deren Zentrum eine alte Markthalle mit vielen kleinen Läden und Kunstgewerbe-Shops bildet. Hier gab es erst mal was zu essen. Am Nachmittag steuerten wir erst das weltberühmte Kaufhaus Harrods an, dann noch mal FCUK schräg gegenüber um mir ein T-Shirt zu kaufen und danach Elisabeth ihren Palast. Ein ziemlich großer, grauer Klotz mit einem schönen Park drumrum. Zurück ging es zu Fuß zum Piccadilly Circus, um bei Starbucks einen „White Chocolate Mocca with Creme and a Double Chocolate Muffin to go“ zu holen.

Irgendwann saßen wir dann an der Treppe der Duke of York Column um Kaffee zu trinken, als tatsächlich die Queen (türkisfarbenes Kostüm) an uns vorbei fuhr. Das hatten wir also auch abgehakt. Gunnar wollte noch eine zweite Hose kaufen, was wir dann auch bei Topman taten. Danach ging es noch ein wenig durch Soho. Den Rückweg nahmen wir über China Town, um dann wieder am Picadilly Circus anzukommen, wo wir im Rainforest Café erst Bruno, einen kleinen Rottweiler kauften (der war natürlich nur aus Stoff) und dann unten im Restaurant zu Abend aßen. Nicht ganz billig aber superschön (wer es mag) gemacht: oben befindet sich ein Shop mit tausenden von Stofftieren und unten das besagte große Restaurant. Darin ist alles alles auf Urwald getrimmt, mit Wasser, kreischenden Affen und Elefanten. Selbst Gewitter mit Regen hatten wir dort unten ein paar mal. Nach dem Essen brachte uns die U-Bahn erschöpft ins Hotel zurück.

Das was wir in den letzten beiden Tagen an wichtigen Sehenswürdigkeiten nicht gesehen hatten, wollten wir am Freitag abklappern.

Natürlich gehörte dazu die Towerbridge inkl. Engine-Room. Den Tower of London sparten wir uns und schauten ihn nur von Außen an. Aber die ganzen Tage hatten wir aus der Ferne schon immer dieses Hochhaus gesehen, welches aussah wie ein in den Boden gerammter Zeppelin. Da mussten wir unbedingt hin. Jetzt waren wir ganz in der Nähe und steuerten im Zickzack die Baustelle dieses gigantischen Gebäudes an. Die Architekten, die sich so was einfallen lassen sind echte Künstler. Beeindruckt standen wir davor. Wir waren im Londoner Bankenviertel und holten uns jetzt zur Mittagszeit erst mal bei Benjy’s ein paar Sandwiches. Nachdem wir wieder Energie getankt hatten, ging es zu Fuß und dann mit der U-Bahn nach Westminster, wo wir die Abbey besichtigten. Wir kamen zu dem Resultat, dass die alten Kirchen dieser Welt sich doch, zumindest für unsere Augen, irgendwie alle ähneln und das dies vorerst die letzte sein wird, die wir für viel Geld (9 Euro/Person) von Innen besichtigten, denn letztendlich sagt uns das alles eh nicht viel. Viel interessanter fanden wir dagegen den U-Bahnhof Westminster. Sehr modern und unglaublich tief. Unzählige, sehr lange Rolltreppen brachten uns immer tiefer in den Londoner Underground. So was hatte ich noch nie gesehen und ich dachte schon in Hamburg fahren die U-Bahnen tief.

Im Trocadero Center kaufte Gunnar für seine Tante Gritta noch eine echt witzige Handtasche im Gießkannen-Look und in Soho auf dem Straßenmarkt fand er dann auch endlich die von ihm so heißbegehrte Hose mit den vielen Bändern. Eine zweite Hose sollte für seinen Cousin Dominic sein. Die Einkäufe brachten wir dann erst mal ins Hotel um dann abends noch in Paddington essen zu gehen. Hier, im Deep Pan Pizza zog ganz heftig und so wurde unser „All you can eat Buffet“ doch etwas kürzer. Absicht? Man weiß es nicht…

Der Samstag bestand eigentlich nur noch aus einem weiteren Spaziergang zu Harrods, wo wir letzte Mitbringsel kauften, um uns dann später auf die Heimreise zu machen. Gut das wir etwas mehr Zeit eingeplant hatten, denn die direkte Strecke zum Bahnhof Liverpool Street war wegen Bauarbeiten gesperrt. Also mussten wir auf großen Umwegen durch ein immer noch fremdes Verkehrssystem irgendwie unser Ziel erreichen. Natürlich schafften wir das auch, aber auch grad nur noch zum „very last call to flight number fr 438 to Hamburg“.

Alles in allem war es richtig cool in London, aber wenn man wirklich alles sehen will reichen vier Tage bei weitem nicht aus.

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