Auf dem Telstra Tower in Canberra

Cooma liegt noch relativ hoch, so dass es in der Nacht ziemlich kalt wurde. So kalt das wir aufwachten und uns einen der Schlafsäcke holten und zur Steppdecke umfunktionierten. Normalerweise reichte uns ein Laken als Zudecke im Wohnmobil aus.

Es vergeht kaum ein Tag, an dem man hier in Australien nicht mit irgend Jemanden ins Gespräch kommt. Gestern, ich hatte es vergessen zu erwähnen, war es der Radfahrer, der die Pass-Straße zum Mount Kosciuszku hinaufgefahren kam und von Gunnar gefilmt wurde, heute war es auf dem Campingplatz ein 80jähriger Herr aus Belgien, der seit 19 Jahren mit seiner Frau ein halbes Jahr mit dem (eigenen) Wohnmobil durch Australien fährt und die andere Hälfte des Jahres in Belgien lebt. Er erzählte uns viel von seinen Touren, seinen Erfahrungen in Down Under und wie sich das Land in den letzten 19 Jahren verändert hat. Er gab uns auch ein paar Tipps aber hauptsächlich kam er mit uns wegen der hier im Moment tobenden Buschfeuer ins Gespräch.

Für uns sind die Feuer ebenfalls ein Thema, sind doch die meisten Nationalparks deswegen für die Durchfahrt gesperrt worden. Auch der Mount Kosciuszku NP, durch den wir gestern durch die Snowy Mountains fuhren, ist heute dicht. Auf unserer Weiterfahrt heute morgen, verdunkelten Rauchschaden den Himmel und es roch verbrannt. Im Ort Yass, in dessen Nähe wir vorbeifuhren, brannte es bereits. Insgesamt sollen hier, Tasmanien eingeschlossen, über 140 Brände wüten, die wegen der großen Hitze und der daraus resultierenden Trockenheit ausgelöst wurden. Im Landesinneren war es jetzt sogar über 52 Grad heiß, so dass für die Temperaturskala extra eine neue Farbe eingeführt werden musste.

Unser Ziel war heute Canberra, die Hauptstadt Australiens. Sie entstand am Reißbrett, weil sich Sydney und Melbourne nicht darüber einig wurden, welche der beiden Städte der Regierungssitz sein sollte. Kurzerhand wurde eine neue Stadt gegründet, die diesen Job übernahm. Canberra ist keine spannende Stadt und jeder, den wir von unserem Besuch dort erzählten, fragte uns, was wir dort wollen. Es gibt keine Skyline oder sonst irgendwelche spannenden Sehenswürdigkeiten. Das wussten wir, wollten uns aber selber ein Bild davon machen. Das kann man am besten von ganz oben und so fuhren wir als Allererstes auf den Telstra Tower in den Black Mountains, von dem man einen guten Blick auf die Stadt und ihre Umgebung hat. Danach wollten wir in den botanischen Garten, am Fuße der Black Mountains, der sehr schön sein soll, der aber wegen der Brände vorsichtshalber auch gesperrt war. Allerdings, ein paar Lizards bekamen wir dann doch im Eingangsbereich zu sehen. Bei der Hinfahrt hatten wir in der Stadt aber eine große Mall gesehen, die wir stattdessen besuchten. Hier gab es sogar einen Apple Store, und wir nutzten dort die Gelegenheit über kostenloses WLAN ins Internet zu kommen.

Nach unserem kleinen Canberra-Ausflug, machten wir uns auf den Weg nach Orange, wo wir unseren bisher günstigsten Campingplatz fanden und wo wir auch erstmal sicher vor den Feuern waren.

Unser Campingplatz
Orange: Color City Caravan Park, 22 AU$, powered

4 Komentare zu “Australien Roadtrip – Über Canberra nach Orange”

    1. Das es dort so grün ist hatte uns auch überrascht (und das es einen Apple Store hat). Allerdings gibt es dort keinen Starbucks.

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