Hausarbeit gehört zum Campen dazu

Wir sind schon relativ häufig mit einem gemieteten Wohnmobil in den USA und Australien (und demnächst in Kanada) unterwegs gewesen. Die Übernahme des Wohnmobils, also euer Zuhause für die nächsten Wochen, ist ein Punkt wovor viele etwas Angst haben, da man nicht genau weiß was bei einem Vermieter in einem fremden Land auf einen zukommt.

Wir haben für Euch ein paar Tipps, die ihr bei der Übernahme des Wohnmobils beachten solltet.

In der Regel ist die Übernahme, zumindest in den von uns besuchten Ländern (USA, Australien) und bei den von uns ausgewählten Vermietern recht unkompliziert, vorausgesetzt man hat im Heimatland bereits alles vertragliche, insbesondere was die Versicherung betrifft geklärt. Die technischen Details des Fahrzeugs werden einem entweder persönlich von den Mitarbeitern erklärt, oder aber man darf (muss) sich einen Film anschauen, in dem einem alles erklärt wird.
Keine Angst vor Sprachbarrieren, es gibt bei den großen Vermietern in der Regel Mitarbeiter die deutsch sprechen.

Wenn einem klar ist wie alles funktioniert, möchte man natürlich gerne gleich hinters Steuer und losfahren. Nehmt euch aber lieber noch ein wenig Zeit und kontrolliert das Fahrzeug und die Ausstattung noch einmal. Hinterher etwas zu reklamieren ist meistens schwierig, weil man ja im seltensten Fall vor Ort bleibt.

Campingplatz irgendwo im Outback
Campingplatz irgendwo im Outback
Mit dem Wohnmobil durchs Outback
Mit dem Wohnmobil durchs Outback

Worauf sollte man auf jeden Fall achten?

1. Kontrolle auf Beulen, Kratzer und Risse in den Scheiben.
Machen seriöse Vermieter natürlich immer bei der Übernahme, aber schaut gerne noch mal genauer hin, auch wenn an der Vermietstation viel los ist. So viel Zeit muss sein.

2. Haben die Reifen noch genug Profil, Luft?
Eigentlich selbstverständlich, aber im Eifer des Gefechts achtet man da meistens gar nicht drauf. Schaut auch, das die Reifen nicht zu alt sind.

3. Unterlegbretter mitnehmen, damit der Wagen gerade ausgerichtet werden kann
Kein unbedingtes Muss, aber wer viel auf naturbelassenen Campingplätzen stehen will, der sollte den Vermieter nach ein paar kurzen Brettern fragen.
Beim Ausrichten des Fahrzeugs ist eine kleine Miniwasserwaage ganz nützlich, die man in jedem Baumarkt bekommen und schon von Zuhause mitbringen kann.

4. Ist der Dumping-Schlauch lang genug?
Dieser flexible Schlauch wird gebraucht um das Schmutzwasser abzulassen. Wenn er schon etwas älter ist und Beschädigungen vom Vormieter hatte, wird er gerne mal etwas gekürzt. Das ist bis zu einem gewissen Maß auch ok. Zwei Meter sollte er aber schon lang sein, ohne dass er extrem gedehnt werden muss.

5. Ist ein Frischwasserschlauch mit Anschlüssen für Wasserhähne vorhanden?
Noch so ein wichtiger Schlauch. Um ihn aber auch an einem Wasserhahn anschließen zu können, sollte ein landesüblicher Anschluss dran sein.

Im Monument Valley
Im Monument Valley
Campen im Yosemite N.P.
Campen im Yosemite N.P.

6. Heizung und Klimaanlage prüfen
Weder will man frieren noch schwitzen, deshalb sollte beides natürlich funktionieren.
Achtet auch darauf, das diese nicht zu laut sind, damit man sie ggf. auch Nachts mal laufen lassen kann.

7. Campingstühle/Tisch mieten und prüfen
Wenn nicht bereits bei der Buchung geschehen, sollte man sich unbedingt Stühle und Tisch mieten. Das ist meistens gegen eine geringe Gebühr möglich. Wichtig: Prüft sie, ob sie auch funktionieren und nicht evtl. kaputt sind.

8. Den Vermieter nach evtl. mautpflichtigen Strecken auf der Route fragen. Klären, wie die Mautgebühren gezahlt werden müssen.
Wer seine Route schon kennt, sollte mit dem Vermieter darüber sprechen, ob für Teilbereiche (in Australien meistens bei der Benutzung von Stadtautobahnen) Maut gezahlt werden muss. Unbedingt klären wie diese üblicherweise entrichtet wird, um später böse Überraschungen zu vermeiden. In Australien z.B. werden die Fahrzeuge auf Mautstrecken üblicherweise fotografiert und elektronisch erfasst. Australier haben dazu kleine Transponder (E-Tag) im Fahrzeug und bekommen eine Rechnung für die gefahrenen Strecken. In Wohnmobilen ist in der Regel kein E-Tag vorhanden, so dass vor(!) befahren der mautpflichtigen Straße, die Fahrt telefonisch angemeldet werden muss. Ansonsten gibt es ein Ticket, das der Vermieter plus Gebühren an euch weitergibt.

Kein Campingplatz, nur eine kurze Pause
Kein Campingplatz, nur eine kurze Pause

9. Schon vor der Übernahme klären, wo der nächste Supermarkt ist und ggf. Einkaufszettel schreiben
Nach der Übernahme des Wohnmobils steht meistens der erste große Einkauf an. Um nicht unnötig Zeit zu verlieren, schaut schon von Zuhause aus, wo sich in der Nähe der Vermietstation ein Supermarkt befindet. Die Zeit im Flugzeug oder im Hotel kann man nutzen, um schon mal einen Einkaufszettel zu schreiben. Kauft, so weit es der Kühlschrank und die Staumöglichkeiten zulassen, gleich für mehrere Tage ein, so dass ihr nicht jeden Tag einkaufen müsst.

10. Zu guter Letzt
Ihr solltet es vermeiden am Anreisetag im Urlaubsland direkt das Wohnmobil zu übernehmen. Meist war der Flug lang und man ist müde, hat Hunger und will einfach nur ins Bett. Die Übernahme des Wohnmobils und der erste Einkauf dauern eine Weile und so sollte man das Ganze ausgeschlafen angehen. Also am besten die erste Nacht in einem gemütlichen Hotel verbringen und dann am nächsten Morgen ausgeschlafen zum Vermieter fahren.

Das waren unsere 10 Tipps für die Wohnmobilübernahme im Urlaubsland. Wir hoffen sie sind nützlich für Euch. Vielleicht habt Ihr weitere Tipps für unsere Leser, dann hinterlasst sie gerne in den Kommentaren.

2 Komentare zu “10 Tipps für die Wohnmobil-Übernahme im Urlaubsland”

  1. Eine tolle Aufzählung, der ich absolut nur zustimmen kann! Ich weiß noch genau, vor der aller ersten Übernahme war ich ein wahres Nervenbündel. Da hätte ich eure Tipps gut gebrauchen können. Einen Tipp habe ich noch (denn aus Fehlern lernt man ja bekanntlich). Falls ihr eine Axt mit im Camper habt (wie es zumindest in Nordamerika meist der Fall ist), überprüft unbedingt ob diese auch geschärft ist. Auf unserer ersten Tour hat das so manchen Abend versaut, da wir das Holz mit der stumpfen Axt nicht kleinbekommen haben.

    Herzliche Grüße
    Tanja

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